Revisionsverfahren BGH vertagt Entscheidung zum Tod von Ouri Jallow

Im Revisionsverfahren zum Tod des Asylbewerbers Ouri Jallow in Dessau wird der Bundesgerichtshof erst nächste Woche eine Entscheidung verkünden. Das teilte die Vorsitzende Richterin nach zweistündiger Verhandlung mit.

Rosen und Kerzen vor Ouri-Jallow-Bildern am Hauptbahnhof in Dessau-Roßlau
DPA

Rosen und Kerzen vor Ouri-Jallow-Bildern am Hauptbahnhof in Dessau-Roßlau


Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat seine Entscheidung im Revisionsverfahren zum Tod von Ouri Jallow auf kommende Woche vertagt. Die Vorsitzende Richterin Beate Sost-Scheible sagte nach mehr als zweistündiger Verhandlung in Karlsruhe, das Urteil werde am Donnerstag nächster Woche verkündet.

Der aus Sierra Leone stammende Jallow war im Januar 2005 auf einem Dessauer Polizeirevier ums Leben gekommen, als in seiner Zelle ein Feuer ausbrach.

Bereits im Januar 2010 hatte der BGH den Freispruch eines ehemaligen Dienstgruppenleiters der Polizei aufgehoben. Der 4. Strafsenat verhandelt nun über die Verurteilung des Polizisten zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro wegen fahrlässiger Tötung. Sowohl dessen Verteidiger als auch Staatsanwaltschaft und Nebenkläger wollen erreichen, dass das Urteil des Landgerichts Magdeburg vom Dezember 2012 gekippt wird: Die Verteidigung strebt einen Freispruch, die Gegenseite eine Verurteilung wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge an.

Es gebe keinen Zweifel daran, dass 2005 in Dessau (Sachsen-Anhalt) "eine Riesenschlamperei passiert ist, die nicht sein kann und nicht sein darf", sagte Bundesanwalt Johann Schmid. Vor dem BGH gehe es aber allein um die Frage, ob das Urteil des Landgerichts Magdeburg fehlerhaft zustande gekommen sei.

An dem Revisionsverfahren nehmen etwa 40 Unterstützer der Initiative in Gedenken an Ouri Jallow teil.

rls/dpa/AFP



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