US-Bankpanne Paar erhält versehentlich 120.000 Dollar - und gibt fast alles aus

Statt 1000 Dollar lag plötzlich das Hundertfache auf dem Konto: Für ein US-Ehepaar war das Anlass für eine Shoppingtour. Nun hat die Bank ihren Fehler bemerkt. Doch vom Geld ist quasi nichts mehr da.

Geldautomat in den USA (Symbolbild): Das Paar ging erst mal einkaufen - aber richtig
David Goldman/ AP/dpa

Geldautomat in den USA (Symbolbild): Das Paar ging erst mal einkaufen - aber richtig


Es klang ein wenig zu schön, um wahr zu sein. Und war es ja am Ende auch: Plötzlich war das sonst überschaubare Bankkonto eines Ehepaars in den USA prall gefüllt. Konkret gingen 120.000 Dollar (etwa 108.000 Euro) ein. Allerdings hatten die beiden keine derartige Summe erwartet. Es handelte sich offensichtlich um einen Fehler ihrer Bank.

Statt dieses Versehen jedoch zu melden und das Geld (zähneknirschend) zurückzugeben, ging das Paar aus dem Bundesstaat Pennsylvania einkaufen. Aber so richtig. Einen neuen Geländewagen, einen Camper und sogar einen nicht näher beschriebenen Rennwagen gönnten sie sich unter anderem, wie der US-Sender CNN schildert.

Als die Bank den Fehler vom 31. Mai schließlich bemerkte und ihr Geld wiederhaben wollte, waren nur noch 13.000 Dollar übrig. Nun sind die beiden wegen Diebstahls angeklagt. Gegenüber den Behörden hatten sie eingeräumt, dass sie natürlich auch von einem Buchungsfehler ausgegangen waren. Vom Einkaufen hielt sie das jedoch nicht ab.

In einem ersten Gespräch mit der Bank hatte die Ehefrau erklärt, dass ihr Mann leider schon das meiste Geld verwendet habe, "um Rechnungen zu bezahlen". Sie werde sich aber mit ihrem Mann zusammensetzen und einen Plan für die Rückzahlung ausarbeiten. Nach diesem Gespräch war das Paar für die Bank indes nicht mehr erreichbar. Das Geldhaus schaltete die Behörden ein.

Normalerweise 1000 Dollar, nun plötzlich 120.000

"Wir haben uns da wohl schlecht beraten lassen", sagte der Ehemann am Rande eines Gerichtstermins am Montag. Dort konnten er und seine Frau zum ersten Mal zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Normalerweise soll sich der Kontostand um 1000 Dollar bewegt haben.

Von der betroffenen Bank hieß es lediglich, da sei wohl eine Kontonummer falsch eingegeben worden. Zum weiteren Verlauf des Verfahrens wolle man sich aber nicht äußern.

Neben den bereits beschriebenen Errungenschaften hatte das Paar laut CNN ihr unverhofftes kleines Vermögen aber auch für vergleichsweise altruistische Zwecke verwendet. Die beiden gaben an, sie hätten rund 15.000 Dollar an Freunde verteilt, die "in Geldsorgen steckten".

jok

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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
norobato 10.09.2019
1. Plus statt Minus
Bei einem Kontoumzug, damals noch von einer Filiale zur anderen, hatte ich plötzlich ca 6000 DM auf dem Konto anstatt vorher minus 6000. Doch die kleine Hoffnung, dass der Fehler nicht bemerkt würde, erfüllte sich nicht. Knapp eine Woche später war das Vorzeichen wieder korrigiert. Eine Information darüber bekam ich nicht, nur den üblichen Kontoauszug.
herr__lich 10.09.2019
2. Und anders herum ?
Seltsam, es heißt doch immer, dass ich als Online-Banking-Kunde gaanz genau schauen muss, dass ich bei Überweisungen keinen Zahlendreher habe, sonst sei mein Geld eben weg. Gilt das für Banken nicht? Ist das in Europa anders?
pförtner 10.09.2019
3. Ehrlich
Ehrlich währt längsten, aber ich hätte Finderlohn beansprucht.
max-mustermann 10.09.2019
4.
Zitat von herr__lichSeltsam, es heißt doch immer, dass ich als Online-Banking-Kunde gaanz genau schauen muss, dass ich bei Überweisungen keinen Zahlendreher habe, sonst sei mein Geld eben weg. Gilt das für Banken nicht? Ist das in Europa anders?
Natürlich nicht, spätestens seit der Finanzkrise weiß doch wirklich jeder das die Banken immer gewinnen.
spon-facebook-10000100023 10.09.2019
5. Bankirrtum zu ihren Gunsten...
heißt es im Monopoly. Absurd: die Bank macht einen Fehler und ein Paar wird dafür bestraft. Und dann auch noch des "Diebstahls" beschuldigt. Aber wenn ich aus Versehen jemand Fremden Geld überweise, ist es weg. Verkehrte Welt.
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