Pakistan Terroristen erschießen 14 Buspassagiere in Belutschistan

Anhänger einer paramilitärischen Separatistengruppe haben in Belutschistan Passagiere aus Bussen gezogen und dann 14 von ihnen erschossen. Erst vergangene Woche war in der Region ein Anschlag verübt worden.

Hügel außerhalb von Belutschistans Provinzhauptstadt Quetta
BANARAS KHAN/ AFP

Hügel außerhalb von Belutschistans Provinzhauptstadt Quetta


In der pakistanischen Provinz Belutschistan haben bewaffnete Männer 14 Busreisende erschossen. Damit ist die Region nur eine Woche nach einem Selbstmordanschlag mit 20 Toten in der Provinzhauptstadt Quetta erneut Schauplatz eines Anschlags.

Rund 25 Angreifer hätten mehrere Busse auf einer Küstenstraße gestoppt und die Menschen zum Aussteigen gezwungen. Die Täter hätten dann gezielt nach Reisenden gesucht, die nicht aus Belutschistan stammen und anschließend 14 Passagiere erschossen, sagte Haider Ali, Ministerialdirektor des Provinz-Innenministeriums am Donnerstag. Zu der Tat bekannte sich die in der Provinz aktive Separatistengruppe "Baloch Raaji Aajoi Sangar" (Bras).

Hochburg separatistischer Aufständischer

Belutschistan liegt im Südwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan und Iran und ist die ärmste und instabilste Provinz des Landes. Sie gilt als Hochburg islamistischer und separatistischer Aufständischer.

Ali zufolge waren die vier Busse auf dem Weg von der Hafenstadt Gwadar nach Karachi. Es sei davon auszugehen, dass alle Opfer Pakistaner seien. Unter ihnen seien auch ein Marineoffizier sowie ein Mitglied der Küstenwache.

Ein Sprecher von "Bras" behauptete, es seien keine Zivilisten getötet worden. Die Gruppe habe auf Mitglieder der Küstenwache und der Marine gezielt.

"Hinterhältiger Anschlag"

Laut dem Innenminister der Provinz, Mir Zia Langov, sind umfangreiche Ermittlungen eingeleitet worden. Die Behörden fahndeten nach den flüchtigen Tätern. "Solche Vorfälle sind nicht zu tolerieren, wir werden die Terroristen, die diesen hinterhältigen Anschlag verübt haben, nicht verschonen." Auch Pakistans Regierungschef Imran Khan verurteilte die Tat.

jus/AFP



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