Wohl weil sie ein Mädchen war Vater in Pakistan soll wenige Tage alte Tochter erschossen haben

Ein Mann soll in Pakistan sein erstgeborenes Kind getötet haben. Laut Polizei war er »sehr wütend« über die Geburt des Mädchens.
Festnahme (Symbolbild)

Festnahme (Symbolbild)

Foto: choochart choochaikupt / iStockphoto / Getty Images

Die Polizei in Pakistan hat einen Mann festgenommen, der seine sieben Tage alte Tochter mit mehreren Schüssen getötet haben soll. Der Mann habe das Mädchen aus Enttäuschung darüber getötet, dass sein erstgeborenes Kind kein Junge war, teilte die Polizei mit.

Das Baby namens Jannat wurde den Angaben zufolge bereits am Sonntag in der Stadt Mianwali in der zentralen Provinz Punjab getötet. Nach einer mehrtägigen Fahndung und mehreren Durchsuchungen wurde der Vater schließlich am Mittwochabend festgenommen.

»Sehr wütend« über die Geburt des Mädchens

Polizeisprecher Zarrar Khan sagte, der Mann habe sich vor der Tat drei oder vier Tage lang beklagt, weil er sich keine Tochter, sondern einen Sohn gewünscht habe. Er sei »sehr wütend« über die Geburt des Mädchens gewesen. Dies habe auch seine Frau bestätigt.

Im stark patriarchalisch geprägten Pakistan wünschen sich viele Menschen Söhne, sie gelten auch als besserer Garant für finanzielle Sicherheit. Laut Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International  ist in dem Land Gewalt gegen Mädchen und Frauen nach wie vor sehr verbreitet. Täter würden selten zur Rechenschaft gezogen.

Vor rund einem Monat erregte der Fall einer schwangeren pakistanischen Frau Aufmerksamkeit: Ein selbst ernannter Wunderheiler hatte ihr mit einem Hammer einen Nagel in den Kopf geschlagen. Der Mann hatte gesagt, dies stelle sicher, dass die Frau einen Jungen zur Welt bringe. Die Mutter von drei Töchtern erwartete nach ärztlicher Prognose erneut ein Mädchen.

bbr/AFP
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