Papst-Attentäter Agca soll bis 2010 hinter Gitter

Der Papstattentäter und verurteilte Mörder Ali Agca soll noch einmal vier Jahre Haft absitzen. Agca hatte nur acht Tage in Freiheit verbracht, dann schickte ihn der Oberste Gerichtshof der Türkei wieder ins Gefängnis.


Istanbul - Am 18. Januar 2010 soll die Haftzeit für Agca endgültig beendet sein. Das meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Zunächst hatten einige Medien berichtet, der türkische Generalstaatsanwalt Nuri Ok gehe davon aus, dass Agca nicht vor 2014 entlassen werde.

Ali Agca: "Er ist da, wo er hingehört."
AFP

Ali Agca: "Er ist da, wo er hingehört."

Der 48-Jährige Türke musste nach wenigen Tagen in Freiheit wieder hinter Gitter, weil der Oberste Gerichtshof der Türkei die Gerichtsentscheidung zur Entlassung aufgehoben hatte. In der Begründung hieß es, die Haftzeit, die Agca wegen des Papst-Attentats in Italien verbüßt habe, dürfe nicht auf die Straftaten in der Türkei angerechnet werden. Die Presse des Landes hatte die neuerliche Inhaftierung mit Schlagzeilen wie "Er ist da, wo er hingehört" begrüßt.

Agca war am 12. Januar nach nur fünfeinhalb Jahren Haft in Istanbul zunächst vorzeitig auf freien Fuß gesetzt worden. Das frühere Mitglied der rechtsextremen Organisation Graue Wölfe saß seit 2000 eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an einem Journalisten und wegen zweier Raubüberfälle ab.

Zuvor hatte er wegen des Attentats auf Papst Johannes Paul II. in Rom 19 Jahre in einem italienischen Gefängnis gesessen, bevor er auf Wunsch des Papstes begnadigt wurde. Die Umstände des Anschlags auf Johannes Paul II. im Mai 1981 sind bis heute mysteriös. Agca selbst hatte über die Jahre hinweg mehrere, sich widersprechende Gründe für die Tat angegeben.



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