Missbrauchsskandal Papst entlässt Ex-Erzbischof aus dem Priesteramt

Im Missbrauchsskandal in den USA hat der Vatikan den emeritierten Erzbischof von Washington nach dessen Rücktritt auch aus dem Priesteramt entlassen. Auch Papst Franziskus war wegen des Falls kritisiert worden.

Theodore Edgar McCarrick
REUTERS

Theodore Edgar McCarrick


In den USA werden Hunderte katholische Priester des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt. Allein im Bundesstaat Pennsylvania hatten mehr als 300 Priester über Jahrzehnte hinweg mehr als Tausend Kinder sexuell missbraucht, die Dunkelziffer könnte laut einer Untersuchung noch sehr viel höher liegen.

Auch Theodore McCarrick wird wegen Missbrauchs schwer beschuldigt. Nun hat Papst Franziskus den emeritierten Erzbischof von Washington aus dem Priesteramt entlassen. Der 88-Jährige sei in einer Untersuchung der Glaubenskongregation des Vatikans des sexuellen Fehlverhaltens im Umgang mit Minderjährigen und Erwachsenen schuldig befunden worden, hieß es in einer Mitteilung des Heiligen Stuhls. Erschwerend komme der Umstand des Machtmissbrauchs hinzu.

Die Entscheidung wurde wenige Tage vor einem Spitzentreffen zum Thema Missbrauch im Vatikan bekannt. Erst vor wenigen Tagen hatte Papst Franziskus auch Missbrauch von Nonnen durch Geistliche eingeräumt.

Franziskus in der Kritik

Im Fall von McCarrick hatte der Papst bereits im Juli 2018 dessen Rücktritt akzeptiert. Diesem wurde in seiner Heimat vorgeworfen, Minderjährige und Priesteranwärter sexuell belästigt zu haben. McCarrick musste auch den Kardinalstitel abgeben.

In dem Skandal war auch Franziskus in die Kritik geraten. Der konservative Erzbischof Carlo Maria Viganò warf dem Pontifex vor, die Vorwürfe gegen McCarrick lange ignoriert und Sanktionen gegen diesen gar rückgängig gemacht zu haben.

Der Heilige Stuhl war nach eigenen Angaben im September 2017 vom Erzbistum New York darüber informiert worden, dass ein Mann McCarrick beschuldigt, ihn in den Siebzigerjahren missbraucht zu haben.

apr/dpa



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