Entzogene Kinder in Paraguay Behörden intensivieren die Suche nach vermissten Mädchen

Ein Impfgegnerpaar hat zwei Kinder aus früheren Beziehungen nach Paraguay mitgenommen. Nun wollen die Behörden ihre Suche nach den Mädchen verstärken und kritisieren die geringe Kooperation in den deutschen Gemeinden.
Ein in Paraguay veröffentlichtes Fahndungsplakat der Gesuchten.

Ein in Paraguay veröffentlichtes Fahndungsplakat der Gesuchten.

Foto: antisecuestro.gov

Seit einem halben Jahr hat Anne Maja Reiniger keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter Clara. Der Vater hat das Mädchen nach Paraguay entführt, weil er vor den deutschen Coronamaßnahmen fliehen wollte. Auch seine neue Frau Anna Maria Egler hat ihre Tochter nach Südamerika mitgenommen.

In einer Pressekonferenz am Montag äußerte sich nun die Polizei zu dem Fall. »Von nun an werden wir die Suche nach den beiden Mädchen intensivieren«, sagte der Leiter der Entführungsabteilung Mario Vallejos.

Auch die Mutter von Clara richtete einen verzweifelten Appell an den Vater. Das zehn Jahre alte Mädchen war im November mit dem Vater Andreas Rainer Egler und dessen neuer Frau nach Paraguay gereist. Das Paar hatte den Behörden zufolge jedoch nicht die Zustimmung der jeweiligen anderen Elternteile für die Auswanderung. Nach Angaben der Behörden wurde die Familie zuletzt am 19. Januar gesehen. Der SPIEGEL berichtete.

Reiniger flehte den Vater an, »diesem Albtraum ein Ende zu setzen« und Kontakt mit ihr aufzunehmen. »Die Mädchen können nicht ihr ganzes Leben lang weglaufen«, sagte sie unter Tränen. Sie versprach, nicht rechtlich gegen ihren ehemaligen Partner vorzugehen, wenn sie ihre Tochter nur wiedersehen könnte.

Ihrem Anwalt Stephan Schultheiss zufolge hatten die Auswanderer eine Siedlung deutscher Coronaimpfgegner zum Ziel. Die Erwachsenen würden wegen Verletzung elterlicher Pflichten sowie Entführung gesucht.

Die Behörden prangerten die »Geheimhaltung und geringe Kooperation in den deutschen Gemeinden in den Gebieten an, in denen die Mädchen gesehen werden«. Staatsanwältin Carina Sánchez räumte ein, dass die Polizei nun schon fünf Monate lang nach den Mädchen suche, »ohne Fortschritte zu machen«. Die Behörden rufen insbesondere die Bevölkerung in den Provinzen Paraguarí, Guairá, Itapúa, Caazapá und Alto Paraná im Süden des Landes auf, Hinweise auf den Verbleib der Mädchen zu geben.

kha/AFP
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