Millionen Blüten Französische Polizei entdeckt große Fälscherwerkstatt

In einer Fälscherwerkstatt bei Paris haben französische Ermittler 350.000 falsche Euro-Scheine gefunden. Die Blüten haben einen Nominalwert von über neun Millionen Euro - es ist der größte Falschgeldfund in der Geschichte des Landes.


Paris - Die Betrüger stellten die Scheine nicht im Offset-Druck, sondern mit einem aufwendigen digitalen Verfahren her: Die französische Polizei hat eine Bande von Geldfälschern gefasst und Dutzende Personen festgenommen. Bei der Razzia nahe Paris wurde eine der größten Geldfälscherwerkstätten Europas ausgehoben.

Insgesamt fanden die Polizisten laut dem TV-Sender BFM rund 350.000 Blüten im Nominalwert von mehr als neun Millionen Euro. Die Aktion sei am Dienstag und Mittwoch von einer Spezialeinheit im Département Seine-et-Marne im Osten der französischen Hauptstadt durchgeführt worden, meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise. Die Fälscherwerkstatt sei im Industriegebiet eines kleinen Ortes zwischen den Städten Meaux und Chelles versteckt gewesen.

Die ersten gefälschten Noten im Nominalwert von 20 und 50 Euro der Druckerei tauchten demnach 2007 auf. 90 Prozent der Blüten wurden in Frankreich in Umlauf gebracht, der Rest in angrenzenden Nachbarländern.

Obwohl die Köpfe der Bande bereits im Gefängnis saßen, war es für die Ermittler schwierig, die Fälscherwerkstatt ausfindig zu machen. Die Lage konnte in einem Gewerbegebiet zwar eingekreist werden, aber in dem Komplex mit mehreren Gebäuden war der Einsatz eines Vermessungsingenieurs nötig, um die Werkstatt hinter einer doppelten Trennwand und unter einer Bodenplatte aus Beton zu entdecken.

ulz/dpa/AFP

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