Explosionen, Schüsse und Geiselnahme Terror in Paris

In Paris haben sich mehrere Terrorattacken ereignet: Im Zentrum fielen Schüsse an einem Lokal. In einer Konzerthalle endete eine Geiselnahme blutig. Am Stadion Stade de France kam es zu mehreren Explosionen, als das Länderspiel gegen Deutschland ausgetragen wurde. Der Überblick.
Explosionen, Schüsse und Geiselnahme: Terror in Paris

Explosionen, Schüsse und Geiselnahme: Terror in Paris

Foto: CHRISTIAN HARTMANN/ REUTERS

Paris ist am späten Freitagabend zum Schauplatz mehrerer Terrorattacken geworden. Die Behörden befürchten, dass mehr als hundert Menschen starben. Zahlreiche weitere wurden verletzt. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von "bisher nie dagewesenen Terrorangriffen" und verhängte den Ausnahmezustand in ganz Frankreich.

Noch ist nicht bekannt, wer hinter den Angriffen steckt. Auch über die Motive wird bisher nur spekuliert. Der Polizei zufolge soll es an sieben verschiedenen Orten Anschläge gegeben haben, die Lage ist unübersichtlich. Im Folgenden finden Sie den Überblick über die bisher bekannten Fakten:

  • Im 10. Arrondissement der Hauptstadt Frankreichs, im Zentrum, fielen Schüsse in einem kambodschanischen Restaurant, viele Menschen starben. Der Angreifer soll eine großkalibrige Waffe eingesetzt haben.

  • In der Konzerthalle Bataclan im selben Stadtteil kam es zu einer Geiselnahme. Einsatzkräfte stürmten den Klub, die Polizei spricht von etwa hundert Toten. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich dabei auf Ermittler. Demnach starben auch zwei Attentäter.
    Am Abend war ein Auftritt der kalifornischen Band Eagles Of Death Metal in der Halle geplant. Sie hat Platz für 1500 Zuschauer und ist nur wenige Gehminuten von der Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" entfernt.

  • Vor dem Stadion Stade de France gab es Explosionen, als dort ein Freundschaftsspiel der deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich stattfand. Mehrere Menschen starben, es gab es zahlreiche Verletzte. Eine der Explosionen ist laut Ermittlerkreisen durch einen Selbstmordattentäter ausgelöst worden. Die Detonationen waren von den Zuschauern des Freundschaftsspiels deutlich zu hören. Nach dem Abpfiff strömten Hunderte Zuschauer auf das Spielfeld, weil einige Ausgänge gesperrt worden waren.

Stadt und Polizeipräfektur forderten die Pariser per Twitter auf, ihre Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen. Im Internet boten Bewohner der Stadt unter dem Hashtag #porteouverte unter anderem Fans der deutschen Fußballnationalmannschaft Zuflucht in ihren Wohnungen an.

Das gesamte Kabinett wurde zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen. Staatschef Hollande und Premier Manuel Valls sind auf dem Weg zu der Konzerthalle Bataclan. Nach Angaben des Élysée-Palasts  wurden in Paris 1500 zusätzliche Soldaten mobilisiert.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Anschläge als "barbarische und feige terroristische Angriffe". Kanzlerin Angela Merkel ließ ausrichten: "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris." (Hier lesen Sie weitere Reaktionen).

Alle Entwicklungen zu den Attacken in Frankreich können Sie hier in unserem Newsblog verfolgen.

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Fotostrecke: Explosionen und Schüsse in Paris - viele Tote

Foto: KENZO TRIBOUILLARD/ AFP
pad/chs/aar/AFP/dpa/Reuters
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