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Hammerattacke in Paris Polizist schießt auf Angreifer

In Paris hat ein Mann einen Polizisten mit einem Hammer angegriffen. Der Beamte schoss auf den Angreifer und verletzte ihn. Der Vorfall ereignete sich bei der Kathedrale Notre-Dame.

Die Polizei in Paris meldet einen Einsatz bei der Kathedrale Notre-Dame. Dort hat ein Mann einen Polizisten mit einem Hammer attackiert. Der Angriff ereignete sich laut einem Vertreter der Polizeigewerkschaft, als der Polizist auf dem Platz vor der Kathedrale patrouillierte.

Nach Aussage eines Polizeisprechers schoss der Polizist und verletzte den Angreifer. Zunächst hatte es Berichte gegeben, wonach Kollegen des Polizisten die Schüsse abgegeben hatten.

Zeugen, die bei dem Angriff an der Kathedrale waren, berichteten, es habe erst einen Tumult gegeben; dann sei zweimal ein lauter Knall zu hören gewesen. Ein Augenzeuge sagte, er habe laute Schreie gehört. Dann seien zwei Schüsse gefallen. Er habe den verletzten Angreifer auf dem Vorplatz der Kathedrale liegen sehen. "Überall war Blut", sagte der Zeuge. "Die Menschen sind in Panik geraten."

Der Angriff ereignete sich gegen 16.30 Uhr. Etwa eine Stunde später gab die Polizei Entwarnung, die Gefahr sei vorüber - demnach handelte der Angreifer allein. Er kam ins Krankenhaus. Seine Identität und die genauen Hintergründe des Zwischenfalls sind unklar. Die Polizei meldete via Twitter, ein Kollege sei bei dem Vorfall verletzt worden.

Auf dem Vorplatz der Kathedrale halten sich üblicherweise viele Touristen auf. Während des Einsatzes wurden Hunderte Passanten in Sicherheit gebracht. Eine Sprecherin der Pariser Diözese teilte mit, während des Einsatzes seien Kirchenbesucher in der Kathedrale geblieben. Die Polizei hatte dazu aufgerufen, das Gebiet zu meiden. Zahlreiche Streifenwagen wurden am Tatort im Zentrum der Stadt zusammengezogen.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Hintergrund ist, dass es in Frankreich seit rund zweieinhalb Jahren immer wieder Terroranschläge gab, bei denen insgesamt rund 240 Menschen starben. Sicherheitskräfte waren mehrfach Ziel der Angriffe. Erst Mitte April war ein Polizist auf den Pariser Champs-Élysées von einem Gewalttäter erschossen worden.

In Frankreich gilt weiter der Ausnahmezustand, der nach den Anschlägen vom 13. November 2015 verhängt worden war. Er soll nach Plänen der Regierung bis Anfang November 2017 verlängert werden.

ulz/dpa/AFP/AP/Reuters
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