Messerattacke Mehrere Tote bei Angriff in Pariser Polizeipräsidium

Ein Mann hat in Paris Polizisten mit einem Messer attackiert, vier von ihnen kamen ums Leben. Der Täter soll lange Zeit selbst für die Polizei gearbeitet haben.

Philippe Wojazer/ Reuters

In der Pariser Polizeipräfektur gab es am Donnerstagmittag gegen 13 Uhr eine Messerattacke mit mehreren Toten und Verletzten. Als Folge der Tat sei ein Polizist ums Leben gekommen, berichteten zunächst mehrere Nachrichtenagenturen. Mittlerweile ist von vier toten Polizisten die Rede, von drei Männern und einer Frau. Der Angreifer wurde erschossen.

Die Präfektur liegt im Herzen der französischen Hauptstadt, in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame. Wie weit der Angreifer in das Gebäude vorgedrungen war, blieb zunächst unklar.

Über die Motive des nun toten Angreifers wird noch spekuliert. Der mutmaßliche Täter war 45 Jahre alt und arbeitete seit 2003 als Angestellter im Polizeihauptquartier, sagte der französische Innenminister Christophe Castaner. Der Tatverdächtige sei vorher nie negativ aufgefallen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach von einer "fürchterlichen Attacke".

Ermittler gehen von Arbeitskonflikt aus

Nach bisheriger Darstellung tötete der Mann seine ersten beiden Opfer mit einem Keramikmesser in Büros des Gebäudes, das dritte im Treppenhaus und das vierte im Innenhof der Präfektur. Erst dann wurde der Angreifer dort selbst von einem Kollegen erschossen.

Bisher geht man in Paris von einem internen Arbeitskonflikt aus. Ein terroristischer Hintergrund könne aber nicht ausgeschlossen werden. Laut Medien war der 45-Jährige in der als sensibel geltenden Abteilung "Direction de renseignement" der Polizeibehörde eingesetzt - in dieser Abteilung geht es unter anderem um den Kampf gegen Terrorbedrohungen.

Das Gebäude der Präfektur wurde evakuiert, die gesamte Île de la Cité, auf der auch die Kathedrale Notre-Dame liegt, wurde nach dem tödlichen Messerangriff für Autos wie Fußgänger gesperrt und von der Polizei abgesichert. Die Absperrungen wurden dann am späten Nachmittag wieder aufgehoben.

mbö/bsa/AP/Reuters/AFP/DPA

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