Parkplatzmorde Polizei findet Waffe und Munition bei Verdächtigem

Die zwei sogenannten Parkplatzmorde in Baden-Württemberg und Hessen sind offenbar geklärt. Die Polizei hat einen 55-Jährigen festgenommen, der zumindest an einem der Tatorte DNA-Spuren hinterlassen haben soll.

Pressekonferenz: "Mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit" die Tatwaffe
dpa

Pressekonferenz: "Mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit" die Tatwaffe


Stuttgart/Böblingen - Am 8. Mai war ein 30-Jähriger auf einem Parkplatz bei Magstadt im Hölzertal getötet worden. Am 2. Juli wurde ein 70 Jahre alter Rentner auf einem Parkplatz an der A 5 bei Mörfelden-Walldorf erschossen. Nun hat die Polizei im Zusammenhang mit diesen sogenannten Parkplatzmorden einen 55 Jahre alten Mann aus Esslingen festgenommen.

Das Auto des Verdächtigen sei an den Tatorten, die als Treffpunkte von Homosexuellen und Strichern bekannt sind, gesehen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Böblingen mit. In dem Wagen des 55-Jährigen fanden die Ermittler eine Schweizer Pistole, die laut Polizei "mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit" die Tatwaffe ist. Sie entdeckten außerdem passende Munition. Diese gilt laut Polizei als relativ selten, weil sie seit 14 Jahren nicht mehr hergestellt wird.

Nach Auskunft eines Sachverständigen wurden bei den Morden dieselbe Schusswaffe und Munition verwendet. Nach der Festnahme am Samstag verglich das Landeskriminalamt eine DNA-Probe des 55-Jährigen mit den Spuren von Tatorten - und stellte Übereinstimmungen fest.

Wie die Ermittler mitteilten, können dem Verdächtigen die im Zusammenhang mit dem Mord bei Magstadt gesicherten DNA-Spuren zugeordnet werden. Derselbe Täter hatte Anfang Juni in Freudenstadt (Baden-Württemberg) einen Autofahrer überfallen und dort ebenfalls Spuren hinterlassen. Beamte der Spurensicherung hatten nach diesem Überfall auch das Fahrzeug des Tatverdächtigen fotografiert. Die Ermittlungen ergaben weitere Anhaltspunkte.

Der Verdächtige, der seit Sonntag in Untersuchungshaft in Stuttgart-Stammheim sitzt, habe sich zu den Taten bislang nicht geäußert. Auch über ein mögliches Motiv ist noch nichts bekannt. Ob er Kontakte zur homosexuellen Szene hatte, müsse noch ermittelt werden, hieß es. Der verheiratete Mann sei "ein unbeschriebenes Blatt", so die Polizei.

siu/dpa/dapd



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