Partydroge in Fässern
Fahnder decken Millionen-Handel mit Ketamin auf
22 Fässer, 450 Kilo Drogen, Schwarzmarktwert mehrere Millionen Euro: Zollfahnder in Nordrhein-Westfalen haben eine große Menge der Partydroge Ketamin sichergestellt. Die Ermittler nahmen zwei Männer fest, denen sie schon länger auf der Spur waren.
Beschlagnahmte Fässer mit Ketamin: "Neue Partydroge auf dem Vormarsch"
Foto: dpa
Frankfurt am Main - Zollfahnder haben in Heiligenhaus bei Düsseldorf fässerweise Ketamin beschlagnahmt. Insgesamt stellten die Ermittler 22 Fässer mit 450 Kilogramm der gefährlichen Partydroge sicher. Der Handel mit dem Medikament, das als Rauschmittel genutzt werden kann, hätte auf dem Schwarzmarkt mehrere Millionen Euro eingebracht.
Zwei 28 und 45 Jahre alte Männer wurden beim Abladen der Behälter in einer Lagerhalle festgenommen, wie das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main am Freitag mitteilte. Die beiden Beschuldigten sind britische Staatsangehörige und wurden bereits in der vergangenen Woche gefasst. Auf ihre Spur war die Zollfahndung gekommen, nachdem Mitte Mai eine Sendung mit Ketamin aus Indien am Frankfurter Flughafen entdeckt worden war.
"Hier scheint eine neue Partydroge auf dem Vormarsch zu sein, deren Gefährlichkeit von den Konsumenten einfach unterschätzt wird. Bereits im vergangenen Jahr haben wir 300 Kilogramm dieses Mittels beschlagnahmt", sagte ein Sprecher der Frankfurter Zollfahndung.
Ketamin ist ein verschreibungspflichtiger Stoff, der in der Medizin als Narkosemittel und zur Schmerzbehandlung eingesetzt wird. Missbräuchlich wird Ketamin als weißes Pulver vertrieben und als Rauschmittel verwendet. Die Einnahme führt zu Halluzinationen. Kombiniert mit Alkohol und anderen
Drogen kann Ketamin zu erheblichen Wechselwirkungen führen, die im Extremfall tödlich sein können.
Erst in der vergangenen Woche wurde eine 21-jährige britische Studentin nach dem Konsum von Ketamin in London tot in ihrer Badewanne aufgefunden.