Armbrustfall Identität der Toten in Niedersachsen geklärt

Fünf Leichen, drei Armbrüste, eine Pension in Passau und eine Wohnung in Wittingen: Der Kriminalfall erstreckt sich über drei Bundesländer - und wirft viele Fragen auf. Nun steht zumindest fest, wer die Toten sind.

Haus in Wittingen: Zwei Leichen in Wohnung gefunden
Christophe Gateau/DPA

Haus in Wittingen: Zwei Leichen in Wohnung gefunden


Im mysteriösen Passauer Armbrustfall ist die Identität der beiden tot in Niedersachsen gefundenen Frauen geklärt. Bei einer der Toten in Wittingen handelt es sich laut Polizei um die 35 Jahre alte Lebenspartnerin der 30-Jährigen, die in Passau starb. Die zweite in Wittingen entdeckte Tote ist eine 19-Jährige, die in dem Ort gemeldet war. In welcher Beziehung sie zu dem Frauenpaar stand, ist bislang unklar.

Die Leichen wurden am Dienstag obduziert. Es gebe keine Hinweise auf äußere Gewalteinwirkungen, sagte ein Polizeisprecher. Die 35-Jährige war seinen Angaben zufolge Grundschullehrerin, die 30-Jährige Bäckereiverkaufsleiterin.

Eine Lehrerin der Grund- und Oberschule Wittingen mit den Fächern Deutsch und Religion gilt nach Angaben der niedersächsischen Landesschulbehörde als vermisst. Seelsorger seien in der Schule, um Schüler, Lehrer und Mitarbeiter zu unterstützen, sagte eine Behördensprecherin. Den Zusammenhang zum Passauer Armbrustfall wollte sie nicht bestätigen.

Staatsanwaltschaft Passau geht von Tötung auf Verlangen aus

Am Samstag waren die Leichen der 30-Jährigen sowie eines 53-Jährigen und einer 33-Jährigen in einer Pension im bayerischen Passau entdeckt worden. Die drei waren durch Armbrustpfeile getötet worden. Die Ermittler sprechen von erweitertem Suizid. Es deute alles darauf hin, dass die 30-Jährige erst die beiden anderen und dann sich selbst erschossen habe. Es gebe weiterhin keine Hinweise darauf, dass eine vierte Person an dem Geschehen beteiligt gewesen sein könnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau.

Die Obduktion der Leichen aus Passau ergab, dass der 53-jährige Mann und die 33-jährige Frau, die Hand in Hand in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet wurden. Bei der 30-Jährigen, die in dem Zimmer auf dem Boden lag, sei ein Schuss in den Hals sofort tödlich gewesen.

Testamente gefunden

Die beiden Leichen im Bett hätten weitere Pfeile aufgewiesen, die den Erkenntnissen zufolge jedoch erst nach den tödlichen Schüssen ins Herz abgeschossen worden seien, sagte der Sprecher. Bei keiner der drei Leichen gebe es Kampf- oder Abwehrspuren. Zudem seien in dem Pensionszimmer zwei Testamente gefunden worden, die von den beiden im Bett liegenden Personen stammten.

Der 53-Jährige und die 33-Jährige waren in einer Gemeinde im Westerwald in Rheinland-Pfalz gemeldet. Vor der Pension in Passau, in der sich die beiden gemeinsam mit der 30-Jährigen am Freitag eingemietet hatten, stellte die Polizei das Auto der 33-Jährigen sicher. Der weiße Pick-up werde noch untersucht.

Dem Deutschen Schützenbund (DSB) zufolge betreiben in Deutschland 3000 von etwa 1,35 Millionen Schützenvereinsmitgliedern Armbrustschießen. Ab dem 18. Lebensjahr können Armbrüste frei erworben werden. Dem Waffengesetz nach fällt die Armbrust unter die "Schusswaffen gleichgestellten Gegenstände".


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wit/dpa

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