Nach 27 Jahren Ehemals jüngste Amerikanerin in Todeszelle freigelassen

Paula Cooper war im Alter von 15 Jahren an einem tödlichen Raubüberfall beteiligt. Als jüngste US-Amerikanerin wurde sie zum Tode verurteilt, die Strafe wurde jedoch gekippt und in Haft umgewandelt. Nun, 27 Jahre später, ist sie wegen guter Führung freigelassen worden.

Paula Cooper 1985 nach ihrer Festnahme: 27 Jahre im Gefängnis
AP/ Lake County Police Department

Paula Cooper 1985 nach ihrer Festnahme: 27 Jahre im Gefängnis


Washington - Die einst jüngste Amerikanerin in einer Todeszelle ist frei. Paula Cooper, die 1986 im Alter von 16 Jahren wegen Mordes an einer Religionslehrerin zum Tod verurteilt worden war, hat am Montag das Gefängnis von Rockville im US-Staat Indiana verlassen.

Gegen das Todesurteil hatte es weltweit Proteste gegeben. Auch Papst Johannes Paul II. setzte sich damals für Cooper ein. 1988 verbot der Supreme Court der USA dann die Hinrichtung von verurteilten Mördern, die zur Tatzeit jünger als 16 waren. Das höchste Gericht Indianas wandelte Coopers Strafe in 60 Jahre Haft um, mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung bei guter Führung.

Cooper hatte 1985 im Alter von 15 Jahren zusammen mit anderen Mädchen unter dem Einfluss von Marihuana den Plan entworfen, die 78-jährige Ruth Pelke in der Stadt Gary auszurauben. Cooper hatte ein Küchenmesser dabei und stach 33-mal zu. Die Seniorin starb. Die Beute: gerade mal zehn Dollar.

Zu einem starken Verbündeten Coopers wurde der Enkel der Ermordeten. Bill Pelke hatte schon vor Jahren mit der Gefangenen Kontakt aufgenommen und ihr vergeben. Er will ihr nun offenbar die Rückkehr in ein normales Leben erleichtern und mit ihr einkaufen und essen gehen, wie der US-Sender CNN berichtete.

hut/dpa/AP



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