Pausenbrot-Prozess Angeklagter äußert sich erstmals vor Gericht 

Klaus O. soll jahrelang die Pausenbrote seiner Kollegen vergiftet haben - die Anklage forderte lebenslange Haft. Seine Anwälte argumentieren nun, nicht alle Taten seien bewiesen.

Angeklagter und seine Verteidigerin (Archivbild)
DPA

Angeklagter und seine Verteidigerin (Archivbild)


Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Vortag lebenslange Haft für Klaus O. gefordert, nun legten die Anwälte des mutmaßlichen Täters im "Pausenbrot-Prozess" ihre Sicht der Dinge dar. Die Verteidiger sprachen sich gegen eine Verurteilung des Angeklagten wegen versuchten Mordes aus. Nicht alle Tatbestände seien bewiesen.

Dass der angeklagte Klaus O. einem heutigen Wachkoma-Patienten Quecksilber verabreicht haben soll, wie es der Staatsanwalt glaube, sei im Prozess beispielsweise nicht bewiesen worden. Daher sei allenfalls eine Freiheitsstrafe von höchstens neun Jahren zu rechtfertigen.

Erstmals in dem Prozess ergriff O. auch selbst das Wort. "Ich schließe mich den Ausführungen meiner Verteidiger vollumfänglich an", sagte der Angeklagte. Es blieb aber sein einziger Satz. Auf die Bitte der Nebenkläger, sich zu seinem Motiv zu erklären, ging O. nicht ein.

Der 57-jährige Klaus O. soll mehrere seiner Arbeitskollegen über Jahre in einem Betrieb in der nordrhein-westfälischen Stadt Schloß Holte-Stukenbrock mit gefährlichen Substanzen auf deren Pausenbroten vergiftet haben.

Zwei seiner Ex-Kollegen sind nierenkrank. Ein dritter Betroffener erlitt einen unheilbaren Hirnschaden und muss als Pflegefall betreut werden. Im Dezember hatten zudem die Eltern eines der mutmaßlichen Opfer vor Gericht den körperlichen Verfall ihres Kindes geschildert.

Mit den Plädoyers der Verteidiger haben nun beide Seiten ihre Argumente vorgetragen. Das Gericht will am 7. März ein Urteil fällen.

fek/dpa



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