DNA-Analyse In Thüringen gefundenes Skelett stammt definitiv von Peggy K.

Die in einem Waldstück in Thüringen gefundenen Knochenreste stammen von der vermissten Schülerin Peggy. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Gera nach einem DNA-Abgleich mit.
Absperrband am Fundort

Absperrband am Fundort

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Die in Thüringen gefundenen Reste eines menschlichen Skeletts stammen zweifelsohne von der seit 15 Jahren vermissten Peggy. Dies sei das Ergebnis eines DNA-Abgleichs, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera. Rechtsmediziner in Jena hatten die Leichenteile untersucht. Bereits am Montag hatten die Ermittler erklärt, dass die Skelettteile "höchstwahrscheinlich" von der vermissten Schülerin stammen.

Am Samstag hatte ein Pilzsammler im thüringischen Saale-Orla-Kreis die Überreste von Peggys Skelett bei Rodacherbrunn gefunden. Der Knochenfundort liegt lediglich 15 Kilometer vom damaligen Wohnort des Mädchens im oberfränkischen Lichtenberg entfernt. An der Fundstelle in einem Wald wurde laut Polizeiangaben bisher nicht nach Peggy gesucht.

Auch drei Tage nach dem Fund suchen Polizisten das abgesperrte Waldstück weiträumig ab. Beamte der thüringischen Bereitschaftspolizei sowie Kriminalbeamte aus Thüringen seien am Dienstag mit Experten der Soko Peggy aus Bayern unterwegs gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Suchmaßnahmen beträfen einen Radius von weit mehr als 100 Metern um die Stelle, an der ein Pilzsammler die Skelettteile entdeckt hatte.

Ob Peggy am Fundort ihrer sterblichen Überreste auch getötet wurde, sei noch unklar, sagte Oberstaatsanwalt Potzel SPIEGEL ONLINE. "Es spricht vieles dafür, dass der Körper nur im Wald vergraben wurde." Welche Gegenstände neben den Skelettresten lagen, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Unklar ist auch, ob ein weiterer Knochenfund im äußersten Westen Thüringens mit dem Fall in Zusammenhang stehen könnte.

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Der Fall Peggy K.: Eine Neunjährige verschwindet

Foto: DPA/ Polizei

Peggy wurde seit dem 7. Mai 2001 vermisst. Die Schülerin war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens neun Jahre alt. Drei Jahre später wurde der geistig behinderte Tatverdächtige Ulvi K. in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Landgericht Hof sah es als erwiesen an, dass der Gastwirtssohn die Schülerin tötete, um einen sexuellen Missbrauch an ihr zu vertuschen.

K. hatte die Tat im Juli 2002 gestanden, einige Monate später aber widerrufen. Wegen anderer Vergehen wurde er im Oktober 2002 in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht (lesen Sie hier eine Chronologie des Falls Peggy).

Im Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Ulvi K. an, weil das damalige Geständnis von Ulvi K. der vermuteten Tatversion der Polizei auffällig ähnlich war. Außerdem hatte ein Belastungszeuge zugegeben, im ersten Prozess falsch ausgesagt zu haben. Im Mai 2014 hob das Landgericht Bayreuth die frühere Verurteilung von Ulvi K. wegen Mordes schließlich auf, die Mutter des Mädchens verzichtete auf eine Revision.

Video: Nach Leichenfund neue Ermittlungen im Fall Peggy

SPIEGEL ONLINE
mxw/dpa/AFP
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