Getötetes Mädchen Neue Durchsuchungen und Vernehmungen im Fall Peggy

17 Jahre nach dem Verschwinden der neunjährigen Peggy aus Franken verfolgen Ermittler offenbar eine neue Spur. Mehrere Häuser wurden durchsucht, es gab auch Vernehmungen - aber niemand wurde inhaftiert.

DPA

Im Fall des vor 17 Jahren verschwundenen und getöteten Mädchens Peggy ist die Polizei zu mehreren Einsätzen ausgerückt. "Es gab einen umfangreichen Polizeieinsatz", sagte Jürgen Stadter von der Polizei in Bayreuth. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Polizei einige Zeugen vernommen.

In zwei Orten wurden Häuser durchsucht: in Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel sowie in Lichtenberg im Landkreis Hof, dem früheren Wohnort von Peggy. Nach SPIEGEL-Informationen wurde jedoch niemand inhaftiert.

Der Tatverdacht gegen einen Mann hat sich demzufolge nicht ausreichend erhärtet. Die Einsätze liefen derzeit noch, sagte Polizeisprecherin Anne Höfer am Vormittag dem SPIEGEL.

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Der Fall Peggy: Eine Neunjährige verschwindet

Der Mann habe bereits früher zum "relevanten Personenkreis" im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Peggy gezählt, heißt es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Nun sei er wieder in den Fokus der Ermittler gerückt, weil inzwischen Untersuchungsergebnisse zu Spuren vom Fundort von Peggys Knochen vorliegen und frühere Erkenntnisse neu bewertet wurden.

Der 41-Jährige sei vernommen und danach wieder entlassen worden. Der Mann soll kein Geständnis abgelegt haben, wie Polizeisprecher Jürgen Stadter dem "Bayerischen Rundfunk" sagte - und widersprach damit entsprechenden Medienberichten.

Laut "Frankenpost" soll der Mann mit Ulvi K. befreundet gewesen sein - dem Mann, der wegen Peggys Tod erst verurteilt und dann rehabilitiert wurde. K. soll nach Peggys Verschwinden mehrfach auf den Mann hingewiesen haben.

Im Video: Der Fall Peggy K. (SPIEGEL TV vom 13.05.2001)

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Die damals neunjährige Peggy war 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. 15 Jahre später, im Juli 2016, wurden Skelettteile von ihr in einem Wald in Thüringen entdeckt. Ein Fund von DNA-Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort des getöteten Mädchens stellte sich später als Trugspur heraus.

mxw/ulz/dpa

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