Getötetes Mädchen Verdächtiger gesteht Transport von Peggys Leiche

Im Mordfall Peggy hat ein 41-Jähriger gestanden, die Leiche in einem Wald vergraben zu haben. Manuel S. will das Mädchen aber nicht getötet haben. Die Ermittler bezweifeln diese Version.


Ein Mann hat seine Beteiligung im Fall der getöteten Peggy K. zugegeben. Der Verdächtige räumte Ermittlern zufolge ein, den leblosen Körper des Mädchens in ein Waldstück transportiert zu haben. Bei dem Mann handele es sich um den 41-jährigen Manuel S., sagte Daniel Götz von der Staatsanwaltschaft Bayreuth bei einer Pressekonferenz: "Die Ermittlungen schreiten voran."

Die Tötung des Kindes gestand Manuel S. nicht. Er gab den Ermittlern zufolge an, Peggys Leiche von einem ihm namentlich bekannten Mann übernommen zu haben. Die Polizei wollte aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben dazu machen, wer die Leiche an S. übergeben haben soll. Staatsanwalt Götz betonte jedoch mehrfach, dass ausschließlich gegen S. ermittelt werde.

Das Mädchen habe laut den Angaben des 41-Jährigen leblos in einem Bushäuschen in ihrem Heimatort Lichtenberg gelegen. "S. will noch versucht haben, das Mädchen zu beatmen", sagte der Chef der "Soko Peggy", Uwe Ebner. Er habe das tote Kind dann am späteren Fundort in Thüringen abgelegt. Die Jacke und die Tasche des Mädchens habe er nach eigenen Angaben schließlich verbrannt.

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Der Fall Peggy: Eine Neunjährige verschwindet

Die Ermittler teilten weiter mit, an Peggys Leiche seien Torfspuren gefunden worden, die zu Spuren passten von Gehwegplatten aus dem Haus des Verdächtigen. Zudem seien bei einer forensischen Pollenanalyse an der Leiche Farbreste festgestellt worden, die zu Farbspuren aus Renovierungsmüll des 41-Jährigen passten.

Der Beschuldigte sei nach der Vernehmung dennoch wieder nach Hause entlassen worden, sagte Staatsanwalt Götz. "Wir ermitteln wegen des Verdachts des Mordes", sagte er: "Haft setzt einen dringenden Tatverdacht voraus, den sehen wir im Moment nicht."

In der vergangenen Woche war die Polizei im Fall des getöteten Mädchens zu mehreren Einsätzen ausgerückt, bei denen es in Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel sowie in Lichtenberg im Landkreis Hof zu Durchsuchungen kam. Zudem wurden mehrere Personen vernommen (hier lesen Sie eine Chronologie des Falls).

Im Video: Der Fall Peggy (SPIEGEL TV vom 13.05.2001)

SPIEGEL TV

Die damals neunjährige Peggy war 2001 im oberfränkischen Lichtenberg verschwunden. 15 Jahre später, im Juli 2016, wurden Skelettteile von ihr in einem Wald in Thüringen entdeckt. Ein Fund von DNA-Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort des getöteten Mädchens stellte sich später als Trugspur heraus.

mxw/ulz/AFP/dpa



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