Versuchte Besetzung Drei Ureinwohner bei Protest gegen Ölförderung in Peru getötet

Indigene in Peru fordern die Stilllegung der Ölquelle Lote 95. Als sie mit Speeren bewaffnet ein Lager des kanadischen Ölkonzerns besetzen wollen, eskaliert die Situation.

In Peru protestierten Ureinwohner gegen Umweltschäden durch Ölförderung, jetzt sind drei von ihnen tot. Elf weitere Indigene sowie sechs Mitglieder der Sicherheitskräfte wurden bei den Konfrontationen in der Region Loreto im Amazonasgebiet verletzt, wie Innenminister Jorge Montoya mitteilte. "Wir bedauern die Ereignisse, die sich ereignet haben", sagte er dem lokalen Fernsehsender Canal N.

Die mit Speeren bewaffneten Ureinwohner hatten in der Vornacht versucht, ein Lager des kanadischen Ölunternehmens PetroTal in der Ortschaft Bretaña zu besetzen. Sie fordern die Einstellung der Förderung an einer Ölquelle mit dem Namen Lote 95. Sie klagen darüber, dass wiederholt Öl in die Umwelt ausgetreten und ihr Land verseucht worden sei.

Regierung schickt Delegation

Die Indigenen werfen der Regierung sowie dem Unternehmen zudem vor, sie nicht vor dem Coronavirus zu schützen. Der lokalen Organisation für die Rechte der indigenen Bevölkerung ORPIO zufolge verlangen sie von den Ölfirmen in der Gegend, ihnen nach dem Ausbruch von Covid-19 in ihrem Gebiet zu helfen.

PetroTal stellte seine Aktivitäten in dem Gebiet am Sonntag vorläufig ein. Das Unternehmen beschäftigt dort Hunderte Arbeiter. Die peruanische Regierung entsandte nach Angaben Montoyas eine Delegation in das Gebiet. Sie soll zwischen den Streitparteien vermitteln und eine Entschärfung der Lage erreichen.

Hinter der "versuchten Vereinnahmung" steckt laut PetroTal dieselbe Gruppe, die vor Kurzem in eine Station der staatlichen Petroperu-Pipeline eingedrungen ist, die daraufhin die Pumpen stoppen musste.

apr/AFP/Reuters
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