Prozess um getötete Pferdewirtin Viermal lebenslänglich

Zwei Mordversuche überlebte die Pferdewirtin Christin R., dann wurde sie von einem Pizzaboten erdrosselt. Drahtzieher des Komplotts waren der Ex-Freund des Opfers und seine Mutter. Nun hat das Berliner Landgericht sein Urteil gefällt.
Angeklagte im Berliner Landgericht: Mordkomplott gegen die 21-jährige Christin R.

Angeklagte im Berliner Landgericht: Mordkomplott gegen die 21-jährige Christin R.

Foto: Stephanie Pilick/ dpa

Berlin - Rund zweieinhalb Jahre nach dem Mord an einer 21 Jahre alten Pferdewirtin hat das Berliner Landgericht vier Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt . Eine fünfte Angeklagte bekam eine Strafe von 14 Jahren und sechs Monaten.

Hintergrund: Christin R. war im Juni 2012 auf dem Parkplatz eines Freibades in Berlin-Lübars erdrosselt worden - zuvor hatte sie zwei Mordversuche überlebt.

Das Gericht folgte im Wesentlichen der Anklage, die von einem Mordkomplott ausging. Fünf Personen sind darin involviert:

  • Drahtzieher waren demnach der 26-jährige Ex-Freund der Pferdewirtin sowie dessen Mutter. Sie sollen die Mordpläne geschmiedet haben, um an Versicherungspolicen im Wert von knapp 2,5 Millionen Euro zu kommen. Die beiden wollten demnach einen Reiterhof betreiben, steckten aber in finanziellen Nöten. Das Gericht verurteilte Mutter und Sohn nun wegen Mordes und Mordversuchs, zudem wurde bei ihnen die besondere Schwere der Schuld festgestellt - sie können also nicht vorzeitig nach 15 Jahren auf Bewährung aus der Haft entlassen werden.
  • Ein 24-jähriger Pizzabote aus Dortmund, der die Pferdewirtin für 500 Euro erdrosselt haben soll, bekam lebenslänglich wegen Mordes.
  • Ein 25-Jähriger, ebenfalls aus Dortmund, wurde wegen Anstiftung zum Mord verurteilt. Er soll den Mörder angeheuert haben und muss ebenfalls lebenslang hinter Gitter.
  • Die 29-jährige Tanja L. aus Nordrhein-Westfalen wurde ebenfalls wegen Mordes sowie Mordversuchs verurteilt, sie bekam eine Strafe von 14 Jahren und sechs Monaten. Sie hatte als Einzige eine Tatbeteiligung eingeräumt.

Die Mutter von Christin R.s Ex-Freund hatte bereits im April 2012 versucht, die junge Frau mit einem Messer zu töten. Sie berief sich später auf einen Blackout und kam davon. Auch ein zweiter Anschlag scheiterte: Tanja L., die in den Ex-Freund verliebt war, schüttete Christin R. Gift ins Sektglas. Es wirkte nicht. Über L.s Bruder wurde dann der Auftragsmörder angeheuert.

aar/dpa
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