Streit um Umgangsrecht Sohn nach Panama gebracht – Vater muss drei Jahre ins Gefängnis

Nach einem Weihnachtsurlaub brachte der Vater seinen Sohn nicht zurück zur Mutter, sondern flog mit ihm nach Panama. Wochen später wurde er festgenommen – und nun in Pforzheim verurteilt.
Foto: Uli Deck / dpa

Das Amtsgericht Pforzheim hat einen Vater zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, weil er seinen elf Jahre alten Sohn nach einem Weihnachtsurlaub ohne Einverständnis der Mutter nach Panama gebracht hat. Der 50-Jährige hatte die Vorwürfe eingeräumt und von einer Verzweiflungstat gesprochen. Es tue ihm leid für seinen Sohn, zu dem er nun keinen Kontakt mehr habe, sagte er mit brüchiger Stimme und unter Tränen zum Auftakt der Verhandlung am Dienstag.

Kurz vor dem Jahreswechsel habe der Mann seinen Sohn erst nach Belgien, dann nach Amsterdam und schließlich nach Panama gebracht, sagte der Mann vor Gericht. Es habe immer wieder Streit um Umgang gegeben. »Ich wollte ihn beschützen.«

»Es war die Hölle«, sagte die Mutter des Jungen kurz vor Beginn des Prozesses. Sie hatte Anfang Januar vergeblich am vereinbarten Treffpunkt am Kölner Hauptbahnhof auf ihren Sohn gewartet. »Unser Leben wird nie wieder so sein, wie es war.« Sie sei zweimal in Panama gewesen, um nach ihrem Sohn zu suchen.

Bundeskriminalamt und Interpol waren eingeschaltet, der Vater wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Anfang Februar wurde er in Panama festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Das Kind ist wieder in Obhut der Mutter. Der Junge sei seit den Ereignissen schwer traumatisiert, sagte ein Sachverständiger.

Die Staatsanwältin hatte auf eine Strafe von drei Jahren und drei Monaten plädiert. Die Anwältin der Kindsmutter, die als Nebenklägerin auftrat, forderte vier Jahre. Der Verteidiger des Mannes hielt eine Bewährungsstrafe für angemessen.

kha/dpa
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