Philadelphia Schüsse auf Polizisten - Tatverdächtiger in Gewahrsam

In der US-Metropole Philadelphia hat ein Mann auf Polizisten geschossen. Mindestens sechs von ihnen wurden verletzt. Der mutmaßliche Schütze befindet sich in Gewahrsam.

Matt Rourke/ DPA

In Philadelphia an der US-Ostküste hat ein unbekannter Bewaffneter das Feuer eröffnet und mindestens sechs Polizisten angeschossen. Der Tatverdächtige wurde in Gewahrsam genommen, teilte die Polizei der Großstadt im Bundesstaat Pennsylvania mit.

Die angeschossenen Beamten seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, aber mittlerweile wieder entlassen worden, hieß es. Den Angaben zufolge erlitten sie keine lebensbedrohlichen Verletzungen. Zwei Beamte, die sich noch im Haus mit dem Schützen befunden hatten, konnten das Gebäude inzwischen verlassen. Spezialkräfte sollen sie laut Polizeiangaben befreit haben.

Der Sender CBS News berichtete unter Berufung auf einen Polizeivertreter, die Beamten seien zunächst wegen "Drogen-Aktivitäten" gerufen worden. Dann habe die Schießerei begonnen.

Fernsehbilder zeigten einen Großeinsatz der Polizei mit Dutzenden Beamten, darunter auch schwer bewaffnete Spezialkräfte in Schutzkleidung. Den Berichten zufolge verbarrikadierte sich der Schütze in einem Haus im Stadtteil Nicetown-Tioga. Eine Anwohnerin sagte dem Sender 6ABC, sie habe mindestens 100 Schüsse gehört.

Das Weiße Haus teilte mit, Präsident Donald Trump sei unterrichtet worden und beobachte die Situation. Trump verbringt die Woche in einem seiner Golfklubs im Bundesstaat New Jersey.

Die Vereinigten Staaten stehen derzeit unter dem Eindruck von zwei Schusswaffenangriffen, bei denen Anfang August Dutzende Menschen getötet worden waren. Bei einer offenbar rassistisch motivierten Attacke im texanischen El Paso an der Grenze zu Mexiko hatte ein 21-jähriger Weißer 22 Menschen erschossen. Kurz darauf tötete ein 24-Jähriger in Dayton im Bundesstaat Ohio neun Menschen, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Teenager rief zu Gewalt gegen Beamte auf

Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass die Behörden einen Teenager festgenommen haben, der im Internet zu Gewalt gegen Polizisten aufgefordert hatte. Das FBI wirft ihm vor, im Onlineforum "iFunny" Waffengewalt verherrlicht zu haben. Konkret soll er dazu aufgerufen haben, die auf Familienplanung spezialisierte Organisation Planned Parenthood anzugreifen und "auf alle Bundespolizisten" zu schießen. Rund 4400 Nutzer lasen regelmäßig seine Beiträge.

Im Haus des Vaters, wo der junge Mann lebt, fanden die Beamten 15 Sturmgewehre, zehn halbautomatische Pistolen, 10.000 Schuss Munition. Dabei ist noch unklar, welchen Zugang der Teenager zu diesem Waffenlager hatte.

jok/bbr/dpa/AFP



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