Piraterie vor Somalia Seeräuber geben deutschen Frachter frei

Die "MV Patriot" ist nicht mehr in den Händen von Piraten: Knapp einen Monat nach der Entführung haben die Freibeuter den deutschen Frachter vor Somalia freigelassen. Über mögliche Lösegeldzahlungen wurde nichts bekannt.

Berlin - Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte am Dienstagabend die Freilassung der "MV Patriot". Zur möglichen Zahlung eines Lösegelds machte er keine Angaben. Auch zu den Umständen der Befreiung und dem aktuellen Aufenthaltsort des Frachters wurden bislang keine näheren Informationen bekannt.

Piraten hatten den 31.000 Tonnen schweren Frachter Ende April im Golf von Aden geentert - etwa 150 Seemeilen vom jemenitischen Hafen Muqalla entfernt.

Das Schiff ist im Besitz der Hamburger Reederei Johann M. K. Blumenthal, fährt jedoch unter maltesischer Flagge. Zur 17-köpfigen Besatzung gehörten keine Deutschen, der Kapitän der "MV Patriot" kam aus Polen. Das Schiff sei bereits am Freitag freigekommen, teilte das Außenministerium in Warschau mit.

Nach der Freigabe liegen nun noch zwei entführte deutsche Schiffe vor Somalia - die Anfang Mai geenterte "MS Victoria" und die "Hansa Stavanger", die sich seit dem 4. April in der Gewalt der Piraten befindet. In beiden Fällen laufen Lösegeldverhandlungen mit den Reedereien.

An Bord der "Hansa Stavanger" befinden sich fünf deutsche Crewmitglieder. Eine geplante Befreiungsaktion deutscher Elitepolizisten von der GSG 9 wurde wegen zu hoher Risiken nach einer umfangreichen Planung abgesagt. 

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hut/AFP/dpa-afx
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