Pirna in Sachsen 30 Menschen attackieren Polizisten bei Anti-Corona-Demo

Angekündigt war ein "Spaziergang" - die Veranstaltung endete in Gewalt gegen die Polizei: Im sächsischen Pirna ist der Protest gegen die Corona-Maßnahmen eskaliert. Verfahren wegen Landfriedensbruchs laufen.
Polizeieinsatz in Pirna (am 6. Mai): Zahlreiche "gewaltbereite" Personen unter den Demonstranten

Polizeieinsatz in Pirna (am 6. Mai): Zahlreiche "gewaltbereite" Personen unter den Demonstranten

Foto: Robert Michael/ dpa

Immer öfter gibt es in Deutschland Veranstaltungen gegen die Regelungen zur Eindämmung der Pandemie. Und häufig kommt es dabei zu gewaltsamen Übergriffen. Ziel sind die Medien, wie zuletzt in Berlin. Oder die Polizei, wie nun in Sachsen.

Dort hatten sich in Pirna erneut Dutzende Menschen zu einer unerlaubten Demonstration gegen die Restriktionen getroffen. Im Vorfeld der Ansammlung sei im Internet zu einem "Spaziergang" aufgerufen worden, teilte die Polizei mit. Rund 200 Menschen kamen am Mittwochabend auf dem Markt in Pirna zusammen.

Mit etwa 190 Beamten versuchte die Polizei, die Versammlung zu stoppen. Dabei griffen den Angaben zufolge 30 "Gewaltbereite" die Einsatzkräfte an, wobei ein Beamter verletzt wurde. Acht Strafverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Vollzugsbeamte wurden eingeleitet. Etwa eine Stunde nach Beginn löste sich die Versammlung wieder auf.

Erster Termin blieb ohne Zwischenfälle

Bereits vor einer Woche trafen sich etwa 250 Menschen an derselben Stelle, um gegen die Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu demonstrieren. Die damals 15 Minuten dauernde Versammlung verlief friedlich. Seit dem 22. April kam es immer wieder zu solchen nicht angemeldeten Kundgebungen. Dabei hatten Demonstranten auch Polizeibeamte beleidigt und bedrängt.

In mehreren deutschen Städten hatten zudem am Wochenende Tausende Menschen gegen die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie demonstriert. Einer der Schwerpunkte war Stuttgart. Auch in Berlin, München und Frankfurt gab es Proteste.

Übergriffe gegen Teams von ARD und ZDF

Auch Vertreter der Medien wurden bei solchen Veranstaltungen zuletzt attackiert. Bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude in Berlin hatte vor rund einer Woche ein Demonstrant ein ARD-Kamerateam angegriffen. Wie das ARD-Hauptstadtstudio berichtete, hatte sich ein Mann spontan aus der Menge gelöst und den Tonassistenten getreten.

Am 1. Mai war in Berlin ein Team der ZDF-Satiresendung "heute-show" angegriffen worden. Es drehte ebenfalls bei einer Demonstration gegen Beschränkungen in der Coronakrise am Rosa-Luxemburg-Platz. Danach wurde das Kamerateam von einer Gruppe von vermummten Tätern angegriffen. Sechs Menschen wurden dabei nach Angaben des ZDF verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

jok/dpa