Mordprozess gegen Oscar Pistorius Staatsanwaltschaft legt Beweise vor

Mord oder Notwehr? Der Prozess um Paralympics-Star Oscar Pistorius geht dem Ende entgegen. Die Anklage hat jetzt ihre Beweise übergeben - damit soll der Mordvorwurf gegen den Sportler untermauert werden.
Oscar Pistorius auf der Anklagebank: Tränen, mehrfach übergeben

Oscar Pistorius auf der Anklagebank: Tränen, mehrfach übergeben

Foto: Pool/ Getty Images

Pretoria - Seit fünf Monaten muss sich der Paralympics-Star Oscar Pistorius wegen Mordverdachts vor Gericht verantworten. Nun neigt sich der Prozess dem Ende zu: Die Staatsanwaltschaft um Gerrie Nel hat ihre Zusammenfassung der Beweislage unter Ausschluss der Öffentlichkeit an die Richterin Thokozile Masipa übergeben.

Der Chef-Ankläger will das Gericht davon überzeugen, dass Pistorius seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 vorsätzlich durch eine geschlossene Badezimmertür erschoss. Demnach soll es vor den tödlichen Schüssen einen heftigen Streit zwischen dem heute 27-Jährigen und dem Model gegeben haben.

Die Verteidigung sieht das anders: Pistorius' Anwalt Barry Roux argumentiert, sein Mandant habe in der Toilette einen Einbrecher vermutet. Deshalb sehe er eine Notwehrsituation gegeben. Die Behinderung des unterschenkelamputierten Sportlers habe zu dem panikartigen Verhalten geführt. Roux wird seine Argumente am kommenden Montag einreichen.

In den darauffolgenden Tagen, am 7. und 8. August, werden die abschließenden Plädoyers gehalten. Insgesamt gab es 39 Prozesstage, an denen 36 Zeugen vernommen wurden. In dem Verfahren blieb bislang umstritten, was in der Tatnacht wirklich geschah.

Während des Prozesses war Pistorius immer wieder in Tränen ausgebrochen und hatte sich mehrmals übergeben. Wird er des Mordes für schuldig befunden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Der Richterspruch wird für Ende August erwartet.

vks/dpa