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Gutachten von Paralympics-Star Pistorius laut Staatsanwalt voll schuldfähig

Gut einen Monat lang wurde Oscar Pistorius auf seine Schuld- und Verhandlungsfähigkeit untersucht. Laut Staatsanwalt kamen die Gutachter zu einem eindeutigen Ergebnis: Der Paralympics-Star war voll zurechnungsfähig, als er seine Freundin Reeva Steenkamp erschoss.

Pretoria - Der wegen Mordes angeklagte Sprintstar Oscar Pistorius war nach Auffassung psychiatrischer Gutachter zurechnungsfähig, als er seine Freundin Reeva Steenkamp erschoss. Das geht aus zwei unabhängig voneinander erstellten psychologischen Expertengutachten hervor, die Staatsanwalt Gerrie Nel bei der Wiederaufnahme des Prozesses am Montag in Pretoria zitierte. Demnach litt der Südafrikaner weder unter psychischen Problemen noch unter Angststörungen oder anderen Bewusstseinstrübungen, die ihn schuldunfähig machen würden.

Verteidiger Barry Roux sagte, er wolle vor einer endgültigen Stellungnahme die Gutachten näher prüfen. Experten hatten den 27-Jährigen in einer Psychiatrie 30 Tage lang auf seine Schuld- und Verhandlungsfähigkeit untersucht. Das Verfahren in Pretoria war dafür unterbrochen worden.

Dem beinamputierten Profisportler droht damit lebenslange Haft. Er wird beschuldigt, am 14. Februar 2013 die 29-jährige Steenkamp ermordet zu haben. Pistorius beteuert allerdings, dass er nur deshalb durch eine geschlossene Tür geschossen habe, weil er dahinter einen Einbrecher vermutete.

Pistorius und Roux hatten bisher nicht versucht, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren. Die psychiatrische Untersuchung geht auf Staatsanwalt Nel zurück: Er wollte so erreichen, dass der Angeklagte bei einem Schuldspruch mit aller Härte des Gesetzes bestraft wird.

gam/dpa/AFP
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