Podcast »Im Verhör« »Papa, wir haben das KaDeWe gemacht!«

Fünf Vermummte stürmten 2014 das Kaufhaus des Westens und stahlen Schmuck und Uhren im Wert von rund 800.000 Euro. Doch sie machten einen entscheidenden Fehler. Alles über die Hintergründe der Raubtat in dieser Episode.

Sie brauchen nur 79 Sekunden: vorfahren, hereinrennen, Reizgas versprühen, Glasvitrinen zertrümmern, Uhren und den Schmuck zusammenraffen, dann wieder raus. Allzu viele Kunden sind an diesem Samstagmorgen kurz vor Weihnachten 2014 noch nicht im KaDeWe, als der spektakuläre Überfall um kurz nach zehn stattfindet. Einer ruft noch »Dawai, Dawai«, damit die Leute denken, dass die Täter Russen sind.

Mit der Beute im Wert von über 800.000 Euro fahren die Räuber, darunter Ali H. und Mehmet A., nach Neukölln zu einem Mietshaus, in dem Zaki und Jehad wohnen: Vater und Sohn, Anführer der arabischen Großfamilie der Al-Zeins. Vier Treppen hoch, dann rechts. Zaki wartet schon.

Was dann passiert, beschreibt Ali H. später gegenüber Ermittlern des LKA: »Als wir in die Wohnung kamen, hat Jehad als Erstes die Beute auf den Tisch gelegt und gesagt: ›Papa, wir haben das KaDeWe gemacht‹«. Dann soll Papa Zaki seinen Anteil verlangt haben. Fünfzig Prozent. Es sei schließlich seine Idee gewesen.

In der sechsten Episode des SPIEGEL TV-Podcasts »Im Verhör« rekonstruieren die Investigativreporter Claas Meyer-Heuer und Thomas Heise zusammen mit Christina Pohl einen der spektakulärsten Kriminalfälle Berlins. Am Ende wird den Tätern das Fluchtfahrzeug zum Verhängnis.