Angeblicher Bombenkoffer Polizei fasst Gepäckdieb nach Chaos an Düsseldorfer Flughafen

Das Rätsel um den herrenlosen Koffer am Düsseldorfer Flughafen ist offenbar gelöst: Die Ermittler haben einen 31-jährigen Mann festgenommen. Er soll den Airport im September mit dem verdächtigen Gepäckstück über Stunden lahmgelegt haben.

Angeblicher Bombenkoffer: Das Gepäckstück enthielt Mehl und eine Gewürzmischung
DPA/ Bundespolizei

Angeblicher Bombenkoffer: Das Gepäckstück enthielt Mehl und eine Gewürzmischung


Düsseldorf - 140 Flüge fielen aus, mehr als 10.000 Passagiere saßen fest: Jetzt hat die Polizei den Mann festgenommen, der im September mit einem verdächtigen Koffer den Düsseldorfer Flughafen über Stunden lahmgelegt haben soll. Zivilkräfte hätten ihn in einem Hotel am Düsseldorfer Bahnhof gefasst, teilten die Ermittler mit. Der Zugriff erfolgte am Montagabend, kurz nachdem die Polizei die Identität des 31 Jahre alten Verdächtigen veröffentlicht hatte. Demnach handelt es sich um einen international tätigen Gepäckdieb.

Einem Angestellten des Hotels sei aufgefallen, dass einer seiner Gäste dem Gesuchten ähnlich sieht. Daraufhin habe sich der Hotelmitarbeiter mit Hilfe hinterlegter Ausweiskopien Gewissheit verschafft und die Polizei alarmiert. Die Beamten nahmen auch zwei Männer fest, die in Begleitung des Gesuchten waren.

Der Kofferfund hatte am 24. September die Räumung des drittgrößten deutschen Flughafens ausgelöst. In dem Gepäckstück fanden sich aber nur Mehl und eine Gewürzmischung. In seiner Vernehmung räumte der 31-Jährige ein, er allein habe an dem betreffenden Tag den auffälligen Koffer einem Reisegast aus Dubai gestohlen, teilte die Polizei mit. Als er den Inhalt kontrolliert habe, sei er davon ausgegangen, dass es sich um Drogen gehandelt habe. Daraufhin habe er umgehend den Koffer abgestellt und das Flughafengelände verlassen.

Der Mann verbüßte den Angaben zufolge in Großbritannien bereits mehrjährige Haftstrafen wegen des gewerbsmäßigen Diebstahls hochwertiger Gepäckstücke. Er sei vor allem auf Flughäfen und in exklusiven Hotels aktiv.

Die zehnköpfige Ermittlungskommission konnte den Mann durch die Auswertung von Aufnahmen der Überwachungskameras identifizieren. Zudem fand sie am Griffstück des Koffers DNA-Spuren, die das Landeskriminalamt mit einer DNA-Analyse-Datei abgleichen ließ und so die Identität des Gesuchten zweifelsfrei feststellte.

Der Mann hatte den bunten Koffer von einem kurzen Gang vor das Airportgebäude mitgebracht. Die öffentlich gemachten Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen, wie er das Stück in der Nähe des Sky-Train am Flughafen kurz durchsuchte. Nur etwa drei Minuten hatte er den Koffer vor dem Abstellen in der Abflughalle bei sich. Insgesamt war der Mann gut eineinhalb Stunden am Flughafen.

wit/dpa



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