»Schockierendes« Verhalten Aufsichtsbehörde prangert britische Polizisten wegen Frauenfeindlichkeit und Rassismus an

Die Polizei in London steht seit Monaten massiv in der Kritik, weil Beamte in Straftaten verwickelt waren. Nun kommt heraus, dass auf einer Dienststelle rassistische, sexistische und homophobe Nachrichten verschickt wurden.

Nach dem Mord an einer jungen Frau durch einen Polizisten hat eine unabhängige Untersuchungsbehörde auf vielfältige Weise »schockierendes« Verhalten von Polizeibeamten einer Londoner Dienststelle angeprangert. Über WhatsApp und Facebook hatten die Polizisten im untersuchten Zeitraum von 2016 und 2018 rassistische, sexistische und homophobe Nachrichten ausgetauscht, wie die Aufsichtsbehörde in ihrem am Dienstag vorgestellten Bericht darlegte. Die betroffene Dienststelle wurden inzwischen aufgelöst.

Bei den Nachforschungen fanden die Ermittler unter anderem Textnachrichten wie »Ich würde dich gern vergewaltigen«. Bei einer anderen Gelegenheit teilte ein Polizist mit, dass er seine Frau schlage, weil »sie dich dann mehr lieben«. Ein Polizeibeamter prahlte wiederholt damit, Sex mit einer Prostituierten zu haben, die er während der Arbeit kennengelernt hatte.

In den Nachrichten wurden dem Bericht zufolge außerdem homophobe und rassistische Ausdrücke verwendet, darunter Verweise auf afrikanische Kinder und das Konzentrationslager Auschwitz. Es habe auch Verweise auf sogenannte muslimische »Fanatiker« und die Verwendung beleidigender Begriffe für behinderte Menschen gegeben.

Bürgermeister Khan zeigte sich »vollkommen angewidert«

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte, er sei von dem Verhalten der Polizisten »vollkommen angewidert«. Er halte es für richtig, dass die Einheit aufgelöst wurde und dass die betroffenen Polizisten entlassen oder mit Disziplinarstrafen belegt worden seien, wenn sie nicht den Dienst quittiert hätten.

Die Metropolitan Police bat alle Londonerinnen und Londoner um Verzeihung: »Wir bedauern das verwerfliche Verhalten eines Teams von Beamten der Polizeistation Charing Cross zutiefst«, teilte die Londoner Polizei mit.

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Wer sich sexistisch, rassistisch, frauenfeindlich, islamfeindlich oder antisemitisch verhalte, wer durch Mobbing oder Belästigung auffalle, habe es nicht verdient, die Uniform der Londoner Polizei zu tragen, fügte Khan hinzu.

Die Untersuchung erstreckte sich auf 14 Polizisten, von denen zwei wegen schweren Fehlverhaltens auffällig geworden waren. Von ihnen wurde einer entlassen, der andere kündigte. Fehlverhalten wurde auch zwei weiteren Polizisten nachgewiesen.

Londons Polizei steht seit Monaten massiv in der Kritik, weil Beamte in Straftaten verwickelt waren. Unter anderem wurde ein Polizist im vergangenen März für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung der damals 33-jährigen Sarah Everard zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt – er hatte seinen Polizeiausweis benutzt, um ihre Festnahme vorzutäuschen und sie zu verschleppen. Damals verschwand die Londonerin auf ihrem Heimweg und wurde Tage später tot gefunden.

ngo/afp/Reuters
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