Mehrere Festnahmen Polizei meldet Schlag gegen Schleuser-Netzwerk

Die Polizei ist gegen ein Schleuser-Netzwerk vorgegangen: In mehreren Städten wurden Wohnungen durchsucht und Haftbefehle vollstreckt. Die Beschuldigten sollen Hunderte Menschen aus Eritrea illegal nach Deutschland gebracht haben.

Beamte der Bundespolizei in Frankfurt am Main: Aktion gegen Schleuserkriminalität
DPA

Beamte der Bundespolizei in Frankfurt am Main: Aktion gegen Schleuserkriminalität


Koblenz - Der Bundespolizei ist eigenen Angaben zufolge ein Schlag gegen ein Schleuser-Netzwerk gelungen. Mehrere Haftbefehle seien am frühen Morgen im Rhein-Main-Gebiet, im Raum Dortmund und in Hamburg vollstreckt worden, teilte die Behörde in Koblenz mit. Die Beschuldigten würden verdächtigt, mehr als 700 Menschen aus dem nordostafrikanischen Eritrea geholfen zu haben, über Italien, Österreich, die Schweiz oder Frankreich illegal nach Deutschland zu gelangen.

Die Ermittler nahmen sieben Tatverdächtige fest. Die Festgenommenen stammen aus Eritrea, wie die Bundespolizei weiter mitteilte. An der Aktion waren rund 400 Polizisten beteiligt. Sie durchsuchten 25 Wohnungen. Zwei weitere Verdächtige hatten die deutschen Behörden bereits vor einer Woche festgenommen und damit deren Ausreise nach Kanada verhindert.

Parallel ging die Polizei in Italien gegen die mutmaßlichen Schleuser vor. Sie nahm auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Dortmund einen Mann fest, der mit europäischem Haftbefehl gesucht wurde. Seine Auslieferung nach Deutschland wird beantragt.

Die Verdächtigen sollen zwischen 700 und 800 Euro pro Geschleustem allein für die Reise nach Deutschland kassiert haben. Die Festnahmen gehen auf gemeinsame Ermittlungen der Bundespolizei und der hessischen Polizei zurück. Die Ermittlungen liefen seit Dezember 2013 im Auftrag der Staatsanwaltschaften Frankfurt am Main, Darmstadt und Dortmund.

wit/dpa/AFP



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