Großeinsatz in Magdeburg Polizei sprengt Kampfsportevent von Rechtsextremisten

Der jährliche "Kampf der Nibelungen" ist die wichtigste Veranstaltung für rechtsextreme Kampfsportler in Westeuropa. Doch der jüngste Termin in Magdeburg musste ausfallen.
Mann mit einer Jacke, auf dem das Label "Kampf der Nibelungen" prangt

Mann mit einer Jacke, auf dem das Label "Kampf der Nibelungen" prangt

Foto: Thomas Frey/ DPA

Die Polizei hat in Magdeburg die rechtsextreme Kampfsportveranstaltung "Kampf der Nibelungen" verboten und aufgelöst. Die etwa 90 Besucher und Teilnehmer aus zehn Bundesländern seien den Aufforderungen gefolgt und hätten das Veranstaltungsgelände verlassen, teilte die Behörde mit.

Demnach war zum Zeitpunkt des Einsatzes bereits ein Boxring auf dem Gelände eines Motorradclubs aufgebaut. Außerdem habe es einen Verkaufsstand für T-Shirts mit dem Label der Veranstaltung gegeben. Etwa 140 Beamte seien im Einsatz gewesen. Über den Grund für die Verbotsverfügung machte die Polizei keine Angaben. Für Nachfragen war sie nicht erreichbar.

Die Aktion sei ein "schwerer Schlag" für die rechte Kampfsportszene, sagte Robert Claus, Rechtsextremismusforscher und Buchautor ("Ihr Kampf - wie Europas extreme Rechte für den Umsturz trainiert") dem SPIEGEL. Es sei "fraglich, ob sich die Organisation davon erholen kann".

Der "Kampf der Nibelungen" gilt als das größte Kampfsportevent der militanten Neonaziszene in Westeuropa. Es fand bis 2018 jährlich statt, zuletzt mit 800 bis 900 Teilnehmern, sagte Claus. Tickets kosteten zwischen 25 und 45 Euro.

Kampfsport im Onlinestream

Bereits im vorigen Jahr wurde die geplante Veranstaltung im sächsischen Ostritz verboten. Das sächsische Oberverwaltungsgericht bestätigte eine entsprechende Entscheidung der Vorinstanz.

In diesem Jahr soll die Veranstaltung am 10. Oktober stattfinden, und zwar erstmals als Onlinestream. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kämpfe jetzt in Magdeburg aufgenommen werden sollten, um sie am 10. Oktober auszustrahlen", sagte Claus.

sms/dpa
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