New Yorker Polizistenmord Täter wurde 19-mal festgenommen

Ein 28-Jähriger erschoss in New York zwei Polizisten und anschließend sich selbst. Jetzt werden Details zum Täter bekannt: Er wurde mehrfach festgenommen, wegen illegalen Waffenbesitzes saß er zwei Jahre in Haft.

Blumen und Kerzen für getötete Beamten in Brooklyn: Täter war polizeibekannt
DPA

Blumen und Kerzen für getötete Beamten in Brooklyn: Täter war polizeibekannt


New York - Aus nächster Nähe hatte der 28-Jährige abgefeuert, er zielte auf die Köpfe der beiden Polizisten, die im New Yorker Stadtteil Brooklyn in ihrem Streifenwagen unterwegs waren. Anschließend flüchtete der Schwarze in eine U-Bahnstation und tötete sich selbst. Nachdem zunächst wenig über den Hintergrund des Täters bekannt war, hat die Polizei nun erste Details veröffentlicht.

Der Mann sei in der Vergangenheit mindestens 19-mal festgenommen worden, sagte der oberste Ermittler der Polizei in New York, Robert Boyce. Im US-Bundesstaat Georgia wurde ihm den Angaben zufolge Diebstahl vorgeworfen; wegen illegalen Waffenbesitzes habe er zwei Jahre im Gefängnis verbracht.

Boyce sprach über die Kindheit des Täters, der in Brooklyn geboren wurde: Er sei so aggressiv gewesen, dass seine Mutter sich vor ihm gefürchtet habe. Die Frau habe ausgesagt, ihr Sohn sei geistig krank. Die Polizei überprüft diese Vorwürfe.

Vor dem Angriff auf die beiden Polizisten hatte der Täter in Baltimore auf seine Ex-Freundin geschossen und sie verletzt. Daraufhin fuhr er nach Brooklyn und sagte Boyce zufolge mehreren Passanten, sie sollten ihm bei Instagram folgen und darauf achten, "was er tun werde": Anschließend feuerte er auf die beiden Beamten. Einer von ihnen war asiatischer, der andere lateinamerikanischer Herkunft.

Unklar ist noch immer, ob die Tat mit den jüngsten Protesten gegen Polizeigewalt in den USA zusammenhängt. Boyce zufolge hinterließ der 28-Jährige in sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei und wütende Äußerungen über die Tode der beiden Schwarzen Eric Garner und Michael Brown: Garner wurde von einem weißen Polizisten gewürgt, Brown erschossen.

Wie ein Sprecher des Weißen Hauses mitteilte, rief US-Präsident Barack Obama inzwischen beim Polizeichef von Philadelphia, Charles Ramsey, an, um seiner Bestürzung über die Tat Ausdruck zu verleihen. Ramsey leitet eine neue Kommission, die an Reformen der Polizeipraxis arbeitet. Laut "New York Times" hat die Polizei in der Stadt die Sicherheitsvorkehrungen für die Beamten im Streifendienst erhöht.

aar/dpa/AP

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