Polizistenmorde von Kusel Angeklagter will aus Notwehr geschossen haben

Im Prozess um den Mord an zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz hat der Hauptangeklagte eingeräumt, mehrere Schüsse abgegeben zu haben. Nach seiner Darstellung hatte er sich aber nur selbst schützen wollen.
Hauptangeklagter S. im Gericht in Kaiserslautern

Hauptangeklagter S. im Gericht in Kaiserslautern

Foto: Uwe Anspach / AFP

Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen: Nach dem Doppelmord an zwei Polizisten bei Kusel in Rheinland-Pfalz hat der Hauptangeklagte Schüsse eingeräumt, will diese nach eigenen Angaben aber in einer Art Notwehrsituation abgegeben haben. Andreas S. habe damit erreichen wollen, dass auf ihn selbst abgefeuerte Schüsse aufhörten, sagte einer seiner Verteidiger. Er verlas zum Verfahrensauftakt vor dem Landgericht Kaiserslautern eine Einlassung seines Mandanten.

In der Einlassung schilderte S. eine für ihn nach eigenem Empfinden unübersichtliche Situation, in der er nicht gewusst habe, wer weshalb auf wen schieße. Sein Mitangeklagter Florian V. habe eine Schrotflinte in der Hand gehalten, hieß es in der von der Verteidigung verlesenen Erklärung. Er habe »geistig abwesend« gewirkt. S. habe ihm die Waffe schließlich entrissen.

Anklage wegen zweifachen Mordes

Zuvor hatte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anklageschrift verlesen. Demnach soll S. seine beiden Opfer am 31. Januar bei einer zufälligen nächtlichen Verkehrskontrolle auf einer Landstraße getötet haben, um seine Aktivitäten als Wilderer zu verdecken. Er ist deshalb wegen zweifachen Mordes und verschiedener weiterer Delikte angeklagt.

Die Tat löste bundesweit großes Entsetzen aus. Ursprünglich wurde auch V. des Mordes verdächtigt. Er hatte S. in der Tatnacht in dem Auto begleitet. Der Mordvorwurf gegen ihn wurde allerdings fallen gelassen.

V. wirft die Anklage jedoch wie S. gemeinschaftliche gewerbsmäßige Jagdwilderei in der Tatnacht vor. Er muss sich daher in dem Prozess ebenfalls vor Gericht verantworten. Bis Anfang September sind 13 weitere Termine angesetzt.

fek/AFP
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