Polynesien Vermisster deutscher Segler ist tot

Der aus Schleswig-Holstein stammende Weltumsegler Stefan R. ist tot. Wie die Familie des Mannes mitteilte, starb er auf der Insel Nuku Hiva in der Südsee. Er wurde vermutlich Opfer eines Gewaltverbrechens.

Skulptur auf Nuku Hiva: Hier verschwand Stefan R.
Corbis

Skulptur auf Nuku Hiva: Hier verschwand Stefan R.


Haselau - Mit seiner Freundin Heike D. war der Wirtschaftsingenieur aus der Nähe von Pinneberg 2008 auf dem Katamaran "Baju" in Richtung Neuseeland aufgebrochen. Das Paar ging vor der polynesischen Insel Nuku Hiva vor Anker. Hier verschwand R. am 9. Oktober, nachdem er mit einem Mann namens Henri H. zum Jagen ins Landesinnere aufgebrochen war.

Auf der Suche nach dem Deutschen fand die örtliche Polizei in einer Feuerstelle Knochen, Zähne und geschmolzenes Metall. Der Staatsanwalt von Französisch-Polynesien, José Thorel, formulierte als erster die Vermutung, bei den menschlichen Überresten könne es sich um die von Stefan R. halten. Jetzt scheint die DNA-Analyse traurige Gewissheit gebracht zu haben.

"Nach 3 Jahren endet die Reise der 'Baju' mit dem tragischen Tod von Stefan", bestätigte die Familie am Mittwoch auf ihrer Web-Seite den Tod des Mannes. "Er ist dort gestorben, wo er sein Leben lang immer gerne sein wollte. Die schrecklichen Umstände seines Todes berühren und schockieren uns."

Familie, Freunden und Bekannten wurde die Möglichkeit gegeben, auf einer eigens eingerichteten Facebook-Seite zu kondolieren. "Es gibt keine Hoffnung mehr - lasst uns gemeinsam an Stefan denken, seine Bilder und seine Geschichten auf uns wirken, seine fröhliche, liebenswerte und positive Einstellung ein Vorbild für uns alle sein."

Gerüchte über möglichen Kannibalismus wies die mit den Ermittlungen befasste Staatsanwaltschaft am Dienstag in aller Schärfe zurück. Die Suche nach dem derzeit Hauptverdächtigen Henri H. geht weiter. Die Suche nach dem Mann gestalte sich schwierig, sagte der zuständige deutsche Honorarkonsul Dieter Flach am Mittwoch dem Hörfunksender NDR 1 Welle Nord. Die einheimischen Jäger seien teilweise wochenlang in den Wäldern der Insel unterwegs. Spezialeinheiten durchkämmten mit Suchhunden das Einsatzgebiet.

Laut Flach bereitet sich die Freundin des 40-Jährigen auf ihre Rückkehr nach Deutschland vor. Sie werde in den kommenden Tagen in Begleitung eines Arztes zurückfliegen. Neben den örtlichen Behörden ermittelt auch das Bundeskriminalamt. Man unternehme alles, um den Fall schnellstmöglich aufzuklären, hieß es am Montag.

ala/dapd



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