Pooth-Affäre Ex-Sparkassenvorstand erhält Bewährungsstrafe

Franjo Pooth hatte mit seiner Firma Maxfield kein Glück - sie ging bankrott. Ein Ex-Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse, der dem Pleiteunternehmen von Verona Pooths Ehemann ohne Sicherheiten Kredite gab, ist nun zu 15 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt worden.


Düsseldorf - Das Landgericht Düsseldorf sprach den Ex-Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse am Mittwoch wegen schwerer Untreue und Vorteilsannahme schuldig. Der frühere Bank-Manager wurde nach der Affäre um Verona Pooths Ehemann Franjo zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Außerdem muss der 52-Jährige 36.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen. Er hatte laut Urteil entgegen internen Beschlüssen den Kreditrahmen für Franjo Pooths hoch verschuldete Firma erweitert und einen fast 9000 Euro teuren Luxus-Fernseher von Pooth gefordert und angenommen.

Mit dem Urteil folgten die Richter weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Richterspruch war das Ergebnis einer Absprache. Die Richter hatten dem Angeklagten zu Beginn des Verfahrens zugesagt, im Falle eines glaubhaften Geständnisses nicht mehr als anderthalb Jahre Haft auf Bewährung verhängen zu wollen. Der 52-jährige Ex-Banker hatte daraufhin die Vorwürfe eingeräumt und erklärt, er habe Franjo Pooth und dessen Elektronikfirma Maxfield im Jahr 2007 ganz bewusst einen weiteren Kredit gewährt, obwohl nicht genügend Sicherheiten vorhanden gewesen seien.

Er habe einkalkuliert, dass der Kredit möglicherweise nicht zurückgezahlt werden könnte. Darüber hinaus habe er sich von Pooth durch die TV-Anlage "bei Laune" halten und beschenken lassen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung kündigten an, das Urteil akzeptieren zu wollen.

Durch die Pooth-Affäre war der Stadtsparkasse Düsseldorf ein Schaden von mehr als neun Millionen Euro entstanden. Maxfield hatte 2008 Insolvenz anmelden müssen. Franjo Pooth war Anfang März 2009 wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung, Untreue, Bestechung im geschäftlichen Verkehr sowie Vorteilsgewährung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. In einem Zivilverfahren fordert die Stadtsparkasse von ihrem ehemaligen Mitarbeiter rund 550.000 Euro Schadenersatz. Über diese Forderung soll im Herbst entschieden werden.

ulz/dapd



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