Pooth-Affäre Früherer Sparkassen-Vorstand legt Geständnis ab

Verona Pooths Ehemann Franjo ging mit seiner Firma Maxfield pleite. Nun hat ein Ex-Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse vor Gericht gestanden, dem Unternehmen ohne Sicherheiten Kredite gegeben zu haben. Zudem habe er sich von Maxfield mit einer teuren TV-Anlage bei Laune halten lassen.


Düsseldorf - Der wegen Untreue und Vorteilsnahme angeklagte frühere Düsseldorfer Sparkassen-Vorstand Karl-Heinz S. hat am Dienstag ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der 52-Jährige gab vor dem Landgericht Düsseldorf zu, dem Unternehmer Franjo Pooth und dessen Elektronikfirma Maxfield Kredite bewilligt zu haben, obwohl die nötigen Sicherheiten dafür fehlten. Pooth ist mit der Werbe-Ikone Verona Pooth verheiratet.

Er habe bewusst die Kreditlinie für Pooths hochverschuldete Firma überzogen und damit der Sparkasse einen Schaden von fast 400.000 Euro verursacht, ließ er durch seinen Anwalt mitteilen. Zudem habe er eine kostspielige TV-Anlage bei Maxfield bestellt und einen Geschäftsführer später unter Druck gesetzt, um sie nicht bezahlen zu müssen, ließ er am Dienstag seinen Verteidiger erklären. Ihm sei bewusst gewesen, dass er dadurch im Hinblick auf die Vergabe von Krediten an die Firma Maxfield bei "Laune gehalten" werden sollte.

Zuvor hatte das Gericht dem Angeklagten für den Fall eines glaubhaften Geständnisses eine Strafe in Aussicht gestellt, die am Ende zwischen einem und anderthalb Jahren liegen und zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Darauf hätten sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung in einem Rechtsgespräch außerhalb der Hauptverhandlung verständigt, sagte die zuständige Richterin. S. muss sich wegen Untreue und Vorteilsannahme verantworten.

Das Geständnis verkürzt das Verfahren erheblich. Der zuständige Staatsanwalt Jochen Götter erklärte, es würden jetzt nur noch zwei Zeugen gehört, danach stünden bereits die Plädoyers und das Urteil an. Eine Vernehmung von Pooth sei nicht mehr geplant.

Ursprünglich waren vom Gericht Prozesstermine bis Ende Juli angesetzt gewesen. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, neben einer Bewährungsstrafe für den Angeklagten auch eine Geldauflage zu beantragen. Mit einem Ende des Verfahrens wird in den nächsten Wochen gerechnet.

Durch die Pooth-Affäre war der Stadtsparkasse Düsseldorf insgesamt ein Schaden von mehr als neun Millionen Euro gestanden. Pooths Firma Maxfield hatte Anfang 2008 Insolvenz anmelden müssen.

ulz/dapd/dpa



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