Vier Tote in Einrichtung für behinderte Menschen Richterin weist verdächtige Pflegehelferin in Psychiatrie ein

Nach dem gewaltsamen Tod von vier Menschen in einer Potsdamer Einrichtung für Schwerbehinderte hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl beantragt. Nun muss die Beschuldigte in eine Psychiatrie.
Polizeieinsatz in Potsdam

Polizeieinsatz in Potsdam

Foto: FILIP SINGER / EPA

Nach dem Tod von vier Bewohnern einer Potsdamer Einrichtung für behinderte Menschen hat die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen Totschlags beantragt. Die Beschuldigte wurde einer Haftrichterin vorgeführt und in eine Psychiatrie eingewiesen.

Die Richterin habe die einstweilige Unterbringung der Bediensteten des Wohnheims im Maßregelvollzug der Asklepios-Klinik in Brandenburg/Havel angeordnet, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. Die Richterin habe dringende Gründe für eine eingeschränkte oder vollständige Schuldunfähigkeit der Beschuldigten erkannt.

Zu Details hatte der Oberstaatsanwalt zunächst wegen der laufenden Ermittlungen nichts sagen wollen. Der Tatvorwurf kann auf Mord erweitert werden, falls Mordmerkmale wie niedere Beweggründe oder Heimtücke erfüllt sind.

Opfer werden untersucht

»Die Opfer werden zurzeit gerichtsmedizinisch untersucht«, sagte der Oberstaatsanwalt. »Zum Motiv, zum konkreten Ablauf haben wir noch keine Erkenntnisse.« Die Beschuldigte habe noch keine Aussagen gemacht.

Die 51 Jahre alte Bedienstete soll nach Angaben der Ermittler vier Bewohner einer Behinderteneinrichtung vorsätzlich getötet und eine weitere Frau schwerst verletzt haben. Die Schwerverletzte ist dem diakonischen Träger Oberlinhaus zufolge ebenfalls eine Bewohnerin der Wohnstätte für Erwachsene mit Körper- und Mehrfachbehinderungen.

Die Beschuldigte soll nach SPIEGEL-Informationen seit mehr als 20 Jahren als Pflegehelferin beim Verein Oberlinhaus tätig sein und Patienten betreuen. Ersten Ermittlungen zufolge soll die Frau am Mittwochabend ihrem Ehemann berichtet haben, auf der Arbeit mehrere Menschen getötet zu haben. Daraufhin hätte der Ehemann sofort die Polizei alarmiert. Staatsanwalt Lehmann sagte dazu lediglich. »Die Polizei ist informiert worden und hat dann die Leichen vorgefunden.«

Anmerkung der Redaktion: Die Haftrichterin hat die Beschuldigte in eine Psychiatrie eingewiesen. Wir haben die Meldung entsprechend aktualisiert.

bbr/ptz/AFP/dpa
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