Erpressung mit Paketbombe Post warnt Kunden vor Päckchen mit unbekanntem Absender

Mit der auf dem Weihnachtsmarkt in Potsdam entdeckten Bombe wollte ein unbekannter Täter Geld vom Paketdienst DHL erpressen. Nun warnt die Deutsche Post: Kunden sollten nur Päckchen entgegennehmen, deren Absender sie kennen.

Die DHL-Packstation in Potsdam, in der die Paketbombe aufgegeben wurde
DPA

Die DHL-Packstation in Potsdam, in der die Paketbombe aufgegeben wurde


Die Warnung der Deutschen Post betrifft Millionen Menschen in Deutschland: "Wir appellieren an die Kunden, nur Sendungen anzunehmen, bei denen ihnen der Absender bekannt ist", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Sonntag. "Bei Sendungen unbekannter Herkunft sollte man vorsichtig sein".

Hintergrund der Warnung ist der Fund einer Paketbombe am Potsdamer Weihnachtsmarkt: Der Bombe lag nach Angaben von Ermittlern ein Erpresserbrief bei, der sich an den Paketdienst DHL richtete.

Die Paketbombe steht demnach im Zusammenhang mit einer weiteren Tat - in dem Schreiben nehmen die Täter Bezug auf ein Paket, das Anfang November an einen Onlinehändler in Frankfurt (Oder) geschickt worden war. Dieses war beim Öffnen in Flammen aufgegangen, das Erpresserschreiben verbrannte.

Dem Paket in Potsdam lag ein Zettel mit einem QR-Code bei, der zu einem Erpresserschreiben im Internet führte. Zwar wurde der Zettel bei der kontrollierten Entschärfung des Pakets beschädigt; allerdings konnten die Ermittler den Code rekonstruieren und das Schreiben finden.

Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich

Der Sprecher der Post bestätigte, dass wegen der Erpressung der DHL mit Paketbomben ermittelt werde, nannte dazu aber keine Details. Der zur Deutschen Post gehörende Paketdienst hatte im vergangenen Jahr als Marktführer 1,2 Milliarden Pakete in Deutschland zugestellt. Am Spitzentag im Weihnachtsgeschäft waren es 8,4 Millionen Pakete.

Der oder die Täter verlangen im Fall Potsdam nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter eine Millionensumme. Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich.

"Luise" soll den Fall klären

Zunächst hatte es geheißen, die Potsdamer Paketbombe habe keinen Zünder. Den Ermittlern erscheint es inzwischen allerdings als wahrscheinlich, dass das Paket zündfähig war. Dass es keine Explosion gab, sei offenbar einem glücklichen Zufall zu verdanken, sagte Innenminister Schröter.

Die Ermittler gehen bislang davon aus, dass es sich um regional agierende Täter handelt. Für die Fahndung hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe "Luise" eingerichtet - benannt nach der Apotheke, an die das Paket geschickt worden war. In der Gruppe arbeiten rund 25 Kriminalisten. Sie ermittelt wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer räuberischer Erpressung.

cst/dpa/Reuters



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