Kosten der Vergleichsregelung Wer zahlt die Millionen für Prinz Andrew?

Nach dem Vergleich im Missbrauchsverfahren soll Prinz Andrew umgerechnet 14,3 Millionen Euro zahlen. Er selbst hat das Geld nicht. Für die Royals ist die Frage, wer zahlt, tückisch.
Prinz Andrew im Januar 2020: Woher kommt das Geld?

Prinz Andrew im Januar 2020: Woher kommt das Geld?

Foto: LINDSEY PARNABY/ AFP

Bei dem Vergleich, den Prinz Andrew mit der US-amerikanischen Klägerin Virginia Giuffe geschlossen hat, müsse man darauf achten, woher das Geld komme, mahnt ein britischer Abgeordneter.

Berichten zufolge soll sich Andrew zur Zahlung von bis zu zwölf Millionen Pfund, umgerechnet mehr als 14,3 Millionen Euro, verpflichtet haben. Eine Summe, die der sich notorisch in Geldnöten befindende Royal kaum aus eigener Kraft aufbringen kann. Wer aber zahlt dann? Seine Mutter, die Queen – und damit womöglich indirekt die britischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler?

»Es gibt ein Risiko, dass dies zulasten der Öffentlichkeit gehen wird«, sagte der Labour-Abgeordnete Andy McDonald der BBC am Mittwochabend und fügte hinzu: »Wir müssen genau wissen, woher das Geld kommt.« Er werde das Thema in der kommenden Woche im Parlament zur Sprache bringen, sagte McDonald weiter.

Klägerin Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie als Minderjährige mehrfach missbraucht zu haben. Sie gab an, Opfer eines von dem US-Multimillionär Jeffrey Epstein und seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell aufgebauten Missbrauchsrings geworden zu sein. Nach eigenen Angaben wurde sie dabei zum Missbrauch an den Royal vermittelt. Andrew weist die Vorwürfe zurück.

Der 61-jährige Prinz hatte zunächst angekündigt, sich einem Geschworenenprozess zu stellen. Bereits für den 10. März war ein Verhör durch Giuffres Anwalt angesetzt. Das Verfahren drohte, das 70. Thronjubiläum der Queen in diesem Jahr zu überschatten. Vermutet wird daher, dass sich Andrew dem Druck der Königsfamilie beugen musste.

Spekuliert wird, die 95-jährige Monarchin könnte ihrem Sohn finanziell unter die Arme greifen. Doch sie verfügt nicht nur über ein beträchtliches Privatvermögen, sondern bezieht, neben ihren privaten Einkünften, als Staatsoberhaupt auch Zuwendungen der öffentlichen Hand. Daher der Ruf nach Transparenz in der Frage, wer die Zahlungen für Andrew übernimmt.

Experten waren sich zuvor nicht einig gewesen, ob der Prinz sich auf einen Deal einlassen würde, weil es nach außen wie ein Schuldeingeständnis wirken könnte. Bereits im Jahr 2019 hatte Andrew seine royalen Pflichten aufgegeben und sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Januar 2022 verlor er dann seine militärischen Titel und seine Schirmherrschaften.

kha/dpa
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