Außergerichtliche Einigung im Missbrauchsverfahren Prinz Andrew zahlt finanzielle Entschädigung an Klägerin Giuffre

Das Zivilverfahren gegen Prinz Andrew steht vor dem endgültigen Schlusspunkt. Nach einer außergerichtlichen Einigung soll er nun auch seine Schulden bei der Klägerin Virginia Giuffre beglichen haben.
Prinz Andrew (Archivbild): Sein Image bleibt ruiniert

Prinz Andrew (Archivbild): Sein Image bleibt ruiniert

Foto: Steve Parsons / dpa

Der britische Prinz Andrew hat nach der außergerichtlichen Einigung in einem Missbrauchsskandal übereinstimmenden Berichten zufolge seine Schulden beglichen. Unter anderem die britische Nachrichtenagentur PA meldete, er habe seine Zahlung an die US-amerikanische Klägerin Virginia Giuffre geleistet.

Damit steht das Zivilverfahren, das dem 62-Jährigen vor der außergerichtlichen Einigung noch drohte, kurz vor dem endgültigen Schlusspunkt. Die Anwälte von Prinz Andrew und die von Giuffre beantragten am Dienstag offiziell bei einem Gericht in New York die Einstellung des Verfahrens. Auf dem Dokument fehlte am Dienstag nur noch die Unterschrift des zuständigen Richters. Das galt aber als Formalität.

Schuldeingeständnis?

Prinz Andrew hatte sich Mitte Februar mit der Klägerin auf einen Vergleich geeinigt und damit einen rufschädigenden Zivilprozess in den USA abgewendet. Giuffre hatte dem Royal vorgeworfen, sie vor gut 20 Jahren als Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben.

Berichten zufolge soll Andrew eine achtstellige Summe zahlen müssen, offiziell gibt es dazu jedoch keinen Kommentar. Manche Beobachter werten den Deal als Schuldeingeständnis von Andrew, auch wenn dieser die Vorwürfe immer vehement abgestritten hat.

Offiziell ist nicht bekannt, wer die Summe – die Andrew wohl nicht aus eigener Kraft aufbringen kann – übernommen hat. Die Boulevardzeitung »The Sun« hatte berichtet, dass Andrews älterer Bruder Prinz Charles den größten Teil des Vergleichs finanziere und Königin Elizabeth II. ebenfalls einen Beitrag leiste. Das britische Finanzministerium teilte mit, dass keine öffentlichen Gelder verwendet würden.

Bereits im Jahr 2019 hatte Andrew seine royalen Pflichten aufgegeben und sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Januar 2022 verlor er dann seine militärischen Titel und seine Schirmherrschaften.

bbr/dpa/Reuters
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