Urteil gegen Neonazis Hass auf Harry und Meghan - mehr als vier Jahre Haft

In Großbritannien sind zwei Neonazis wegen terroristischer Vergehen verurteilt worden. Einer von ihnen, der 19-jährige Michal S., hatte Prinz Harry rassistisch bepöbelt und bedroht.

Prinz Harry and Herzogin Meghan Anfang Juni in London
NEIL HALL/ EPA-EFE/ REX

Prinz Harry and Herzogin Meghan Anfang Juni in London


Die Richterin in einem Prozess gegen zwei britische Neonazis fand klare Worte für die Taten der beiden Angeklagten, nannte sie "abstoßend" und "kriminell".

Gegen Oskar D.-K., 18 Jahre, und Michal S., 19 Jahre alt, wurden Gefängnisstrafen verhängt. Sie gehörten einer Gruppierung namens "Sonnenkrieg Division" an und stachelten im Netz zu Rassismus an. Bei S. fanden die Ermittler Material wie ein "Widerstandshandbuch" für weiße Rassisten und ein Handbuch des islamistischen Terrornetzwerks al Quaida.

S. hatte zudem Prinz Harry beschimpft und bedroht. Wenige Monate, nachdem der Royal die US-Schauspielerin Meghan Markle, die auch afrikanische Wurzeln hat, geheiratet hatte, schrieb S. im August 2018 im Onlinedienst Gab an den Prinzen gerichtet: "Man sieht sich, Rassen-Verräter." Außerdem veröffentlichte er ein blutbespritztes Hakenkreuz und eine Collage von Harry mit einer Pistole am Kopf.

S. ist deshalb nun von einem Londoner Gericht zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden.

S. hatte sich in dem Verfahren in zwei Punkten der Anstachelung zu Terrorismus und in fünf Punkten des Besitzes terroristischen Materials schuldig bekannt.

Oskar D. muss wegen Anstachelung zu Terrorismus für 18 Monate ins Gefängnis.

Richterin Rebecca Poulet befand in der Urteilsbegründung, beide Männer hätten dazu aufgerufen, "schreckliche Gewaltakte gegen andere zu verüben aus Gründen, die niemals von irgendeinem redlichen Individuum verstanden werden können".

Terrorermittler Martin Snowden sagte der BBC zufolge, die beiden Teenager hätten sich gesellschaftlich überlegen gefühlt - und es für ihre Pflicht gehalten, andere von ihrem Rassismus zu überzeugen.

apr/AFP

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.