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Hohenzollern Prinz von Preußen auf dem Rückzug

aus DER SPIEGEL 8/2022

Georg Friedrich Prinz von Preußen ist mit einer neuen PR-Offensive offenbar einer Niederlage vor dem Berliner Kammergericht zuvorgekommen. Der Sprecher der Hohenzollern führt seit Jahren einen juristischen Feldzug gegen Wissenschaftler und Journalisten, denen er falsche Tatsachenbehauptungen vorwirft. In der vergangenen Woche gab sich der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. großmütig: Er beabsichtige, einen Unterlassungsantrag gegen den Potsdamer Historiker Winfried Süß vor Gericht fallen zu lassen. Dieser Geste war allerdings ein Beschluss des Berliner Kammergerichts vom 26. Januar im Berufungsverfahren vorausgegangen, das feststellte, nach vorläufiger Einschätzung habe Süß »Aussicht auf Erfolg«. Dieser hatte behauptet, die Hohenzollern hätten im Streit mit Bund, Berlin und Brandenburg über Entschädigungsforderungen und Kunstwerke ein Mitspracherecht bei der historischen Darstellung der Familie in öffentlichen Einrichtungen gefordert. Laut Gericht sei diese Äußerung wohl durch die Meinungsfreiheit gedeckt und auch als Tatsachenbehauptung »nicht unwahr«. Die Verhandlung war für den 24. März angesetzt. Der Fall Süß hatte bundesweit Aufsehen erregt. Die Hohenzollern haben inzwischen zahlreiche juristische Niederlagen einstecken müssen.

klw
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