Prozess Angeklagter gesteht Mord an Carolin

Im Mordfall Carolin hat der 29-jährige Beschuldigte die Tat gestanden. In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte vor dem Rostocker Landgericht, das Geschehene tue ihm "furchtbar leid".


Rostock - Die 16-jährige Carolin aus dem Ostseebad Graal-Müritz war am 15. Juli in einem Wald vergewaltigt und erschlagen aufgefunden worden. Der Richter am Landgericht wertete die Aussage des 29-Jährigen als Geständnis. Zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Nebenkläger auf lebenslange Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung plädiert. Der Verteidiger hatte sich in seinem Plädoyer nicht auf ein Strafmaß festlegen wollen.

Angeklagter Maik S.: "Es tut mir furchtbar leid"
DDP

Angeklagter Maik S.: "Es tut mir furchtbar leid"

Nach Ansicht eines psychiatrischen Gutachters ist der angeklagte Maik S. schuldfähig. Zwar leide er an Persönlichkeitsstörungen mit sadistischen Tendenzen. Er zeige aber keine schwere Abartigkeit, sei ausreichend steuerungsfähig und deshalb auch für seine Taten verantwortlich, sagte der Experte heute im Mordprozess vor dem Landgericht.

Der Sachverständige bescheinigte dem Angeklagten zudem geringe Emotionalität, Rücksichtslosigkeit und einen laxen Umgang mit der Wahrheit. Er setze ichbezogen seine Interessen durch und gebe anderen Menschen und den Umständen die Schuld an seiner negativen Entwicklung, betonte er. Von seinen zahlreichen Vorstrafen, unter anderem wegen Körperverletzung, Urkundenfälschung und zuletzt Vergewaltigung, Raubes und Geiselnahme, habe Maik S. sich unbeeindruckt gezeigt.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, Carolin bei einer Fahrradtour in der Rostocker Heide überfallen, vergewaltigt und mit Steinschlägen gegen Kopf und Hals getötet zu haben. Er war erst kurz zuvor aus siebenjähriger Haft wegen Geiselnahme und Vergewaltigung entlassen worden. Angesichts der am Tatort und an der Leiche gefundenen DNA-Spuren gilt er für die Staatsanwaltschaft als überführt.



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