Verfahren gegen Ex-Filmmogul Frau von US-Gouverneur Newsom sagt im Prozess gegen Weinstein als Zeugin aus

In Los Angeles hat der nächste Prozess gegen den verurteilten Sexualstraftäter Harvey Weinstein begonnen. Als Zeugin wird auch die Ehefrau des kalifornischen Gouverneurs aussagen: Sie sei von Weinstein sexuell belästigt worden.
Jennifer Siebel Newsom (im April 2019)

Jennifer Siebel Newsom (im April 2019)

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Rich Pedroncelli / AP

Gegen den verurteilten Sexualstraftäter und ehemaligen Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein hat erneut ein Prozess begonnen. Der 70-Jährige ist bei der Verhandlung in Los Angeles ab Montag (Ortszeit) in elf Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung, erzwungener Oralsex und andere sexuelle Übergriffe. Zu Beginn wurde der Auswahlprozess für die zwölf Geschworenen gestartet, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten.

Es geht um Vorwürfe von fünf Frauen in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Ihre Namen werden als »Jane Doe #1 – #5« angegeben und anonymisiert. Die meisten Vorfälle sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben. Bei einer Verurteilung droht Weinstein eine Haftstrafe von bis zu 135 Jahren. Wie schon zuvor hat Weinstein auch in diesem Fall jede Schuld zurückgewiesen. Sexuelle Handlungen hätten immer einvernehmlich stattgefunden.

Eine der Zeuginnen: Jennifer Siebel Newsom

Besonders brisant waren am Montag Informationen der »Los Angeles Times«: Die Zeitung berichtete , dass unter den Zeuginnen im Prozess auch die Frau des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom sei. Jennifer Siebel Newsoms Anwältin teilte demnach mit, dass ihre Klientin von Weinstein sexuell belästigt worden sei und aussagen werde. Die Aussage der Anwältin ermöglichte US-Medien, über die prominente Prozessteilnehmerin zu berichten.

Newsom ist Dokumentarfilmerin und Schauspielerin. Ihr Mann Gavin Newsom regiert den mächtigen US-Bundesstaat seit 2019.

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Weinstein war im März 2020 in New York unter anderem wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil markierte einen Meilenstein der Rechtsgeschichte. In dem aufsehenerregenden Fall, der die #MeToo-Bewegung seit 2017 maßgeblich mitausgelöst hatte, hatte die Jury den Zeugenaussagen mehrerer Frauen entgegen Weinsteins Unschuldsbeteuerungen und trotz eines Mangels an materiellen Beweisen geglaubt. Im Zuge von #MeToo hatten mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Derzeit sitzt der Produzent von Filmen wie »Der englische Patient«, »Pulp Fiction«, »Good Will Hunting« oder »Gangs of New York« in einem Gefängnis in Los Angeles. Auch die britische Staatsanwaltschaft hatte im Juni eine Anklage gegen Weinstein zugelassen.

aar/dpa
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