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08. Februar 2011, 11:00 Uhr

Prozess gegen Jackson-Arzt

Richter erlaubt Fernsehübertragung

Conrad Murray wird der Prozess gemacht - und die Welt kann zuschauen: Wenn der Leibarzt von Michael Jackson ab Ende März vor Gericht steht, werden TV-Kameras die Verhandlung übertragen. Das hat Richter Michael Pastor entschieden.

Los Angeles - US-Fernsehsender dürfen den Prozess gegen Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray zeigen. Richter Michael Pastor gab sein Einverständnis für TV-Kameras im Gerichtssaal - solange sie den Prozess nicht stören. Das berichtet der Sender CNN. Pastor verbot aber die TV-Übertragung bei der Auswahl der Jury-Mitglieder.

Pastor sagte, er wolle die "absolut unaufdringlichste Platzierung" der TV-Kameras im Gerichtssaal und habe sich detaillierte Vorschläge lokaler Fernsehteams angehört. Er hofft, dass TV-Sender bis zu einem weiteren Termin am 15. Februar einen vollständigen Übertragungsplan vorlegen, den er dann endgültig genehmigen kann.

Pastor legte den für Ende März geplanten Prozessbeginn nun auf den 24. März fest. Dann soll die Mitglieder der Jury ausgewählt werden. Bisher war vom 28. März als erstem Prozesstag ausgegangen worden.

Der Kardiologe Murray hatte im Januar in einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung auf " nicht schuldig" plädiert. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 57-jährigen Mediziner bis zu vier Jahre Haft. Prozessbeobachter gehen davon aus, dass das Verfahren bis zu sechs Wochen dauern kann. Nach der Klageerhebung hatte Murrays Anwalt Ed Chernoff gesagt, sein Mandant freue sich darauf, "seine Seite der Geschichte zu erzählen".

Richter Pastor hatte Mitte Januar nach einer sechstägigen Anhörung entschieden, dass die Beweislast gegen Murray einen Prozess rechtfertigt. Er verhängte auch ein sofortiges Berufsverbot gegen den Herzspezialisten. Murray darf seitdem in Kalifornien nicht mehr praktizieren. Dies gilt aber nicht für Nevada und Texas, wo er noch Patienten hat.

Jackson war am 25. Juni 2009 an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Der Sänger war 50 Jahre alt. Murray war am Morgen von Jacksons Tod in dessen Haus. Der Arzt hat zugegeben, Jackson Propofol als Schlafmittel gegeben zu haben.

Murray war im Mai 2009 von Jackson als Leibarzt eingestellt worden. Der Sänger soll darauf bestanden haben, dass der Mediziner ihn vor und während seiner von Juli an geplanten Konzertreihe in London betreuen würde. Murray bezog angeblich ein Gehalt von 150.000 Dollar pro Monat.

ulz/dpa/Reuters

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