"König von Deutschland" vor Gericht Mein Königreich, meine Krankenversicherung

Vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau steht derzeit ein Mann, der sich als "König von Deutschland" ausgibt. Allerdings muss er sich nicht wegen der Erfindung eines Königreichs verantworten, sondern weil er illegal eine eigene Krankenversicherung betrieben haben soll.
Der Angeklagte vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau: Suche nach neuen Wegen

Der Angeklagte vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau: Suche nach neuen Wegen

Foto: Peter Endig/ dpa

Dessau-Roßlau - Ein selbst ernannter König von Deutschland soll jahrelang illegal eine eigene Krankenversicherung geführt und damit etwa 360.000 Euro eingenommen haben. Nun muss sich der 49-Jährige vor dem Amtsgericht Dessau-Roßlau wegen Verstoßes gegen das Versicherungsaufsichtsgesetz verantworten.

Der Mann betrat den Gerichtssaal gekleidet in ein weißes Oberhemd mit einem Wappen und dem Schriftzug "Königreich Deutschland". Er verteidigt sich selbst. Der in Halle an der Saale geborene Mann wies sich mit einem Ausweis seines Königreiches aus. Vor Gericht wies er die Vorwürfe zurück und forderte die Einstellung des Verfahrens. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau könne über ihn als Oberhaupt des "Königreichs Deutschland" überhaupt nicht befinden.

Noch bevor die Anklage verlesen wurde, wollte er das Gericht verlassen. Polizisten nahmen ihn daraufhin fest und führten ihn zurück in den Saal.

Laut Anklage hat der Mann zwischen Mitte 2009 und Mitte 2011 ohne entsprechende Erlaubnis eine Krankenversicherung betrieben. Dem Gericht zufolge drohen ihm bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe.

Zu den Vorwürfen sagte er, ihm sei es stets um eine Verbesserung des Systems gegangen. Er suche nach neuen Wegen und wolle nicht Teil des bestehenden Systems sein. Auf viele Fragen des Richters konnte er keine Antworten geben.

Der gelernte Koch hatte im Herbst 2012 auf dem Gelände eines früheren Krankenhauses in Wittenberg das "Königreich Deutschland" ausgerufen und sich zum Oberhaupt seines Fantasielandes ernannt. Er ist bereits mehrfach mit Behörden in Konflikt geraten.

gam/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.