Prozess gegen Lothar König Anwälte beantragen Einstellung des Verfahrens

Die Anwälte des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König haben beantragt, das Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs einzustellen. Entlastendes Beweismaterial sei zurückgehalten worden, eine Fortsetzung des Verfahrens stelle eine "unverhältnismäßige Belastung dar".
Lothar König im Sitzungssaal des Landgerichts Dresden: "Nicht zu beseitigende Erschwernis des Erkenntnisverfahrens"

Lothar König im Sitzungssaal des Landgerichts Dresden: "Nicht zu beseitigende Erschwernis des Erkenntnisverfahrens"

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Hamburg - Neun Seiten umfasst das Schreiben, das beim Amtsgericht Dresden einging: Darin haben die Anwälte des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König beantragt, das Verfahren gegen den 59-Jährigen einzustellen. In den vergangenen Monaten seien zahlreiche Beweismittel erstmals aufgetaucht, die zunächst in nicht zugänglichen Akten der ermittelnden Dresdner Polizeibehörde verblieben waren.

Dies führe zu "einer nicht zu beseitigenden Erschwernis des Erkenntnisverfahrens", heißt es in dem Antrag . Eine Fortsetzung des Verfahrens stelle eine unverhältnismäßige Belastung dar, schreiben die Anwälte in einer Presseerklärung.

Lothar König muss sich vor dem Amtsgericht Dresden unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs verantworten. Er soll laut Staatsanwaltschaft am 19. Februar bei der bundesweit größten Anti-Nazi-Demo in Dresden zu Gewalt gegen Polizeibeamten aufgerufen haben.

Am vergangenen Dienstag wurde der Prozess gegen König ausgesetzt - Grund dafür waren Videos, die das Gericht Königs Verteidigern erst Ende Juni ausgehändigt hat und die den Angeklagten entlasten.

Selbst die Anklagevertreterin hatte eingeräumt, dass die neuen Aufzeichnungen König von einem der Tatvorwürfe entlaste. Es sei nicht auszuschließen, dass unter den mehr als 160 Stunden Rohaufnahmen weitere ähnliche Beweise zu finden seien, so die Staatsanwältin.

Wann - und ob - der Prozess gegen König von neuem beginnen kann, ist noch völlig offen.

aar
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