Prozess in Australien Arzt soll Patientinnen mit Hepatitis C infiziert haben

In Australien soll ein Anästhesist in einer Abtreibungsklinik knapp 50 Frauen mit Hepatitis C infiziert haben. Nun muss sich der 61-Jährige vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.


Sydney - Wie er die Krankheit auf seine Patientinnen übertragen haben soll, wollte die Polizei nicht mitteilen. Klar ist jedoch: Der Anästhesist hat die Frauen in einer Abtreibungsklinik in Melbourne behandelt und soll sie dort mit Hepatitis C infiziert haben. 49 Frauen hatten sich mit einem Stamm des Virus infiziert, der genetisch mit dem des Arztes verwandt war. Dies ergaben Tests, die Gesundheitsbeamte während ihrer Ermittlungen gegen den 61-Jährigen durchgeführt hatten.

Seit Freitag muss sich der Anästhesist nun vor Gericht verantworten. Dem Mann werden je 54 Fälle von lebensbedrohlichem Verhalten, fahrlässiger Zufügung ernsthafter Verletzungen sowie grob fahrlässiger Zufügung ernsthafter Verletzungen vorgeworfen. Der schwerste gegen ihn erhobene Vorwurf sieht eine Höchststrafe von 15 Jahren Haft vor.

Die Zulassung des Arztes wurde im Februar 2010 ausgesetzt. Während der Ermittlungen wurden Tests an mehr als 4000 Patienten des Verdächtigen durchgeführt.

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) hervorgerufen wird. Der Krankheitserreger wird laut dem Deutschen Hepatitis C Forum in erster Linie über das Blut übertragen - am häufigsten infolge einer Bluttransfusion. Der Virus ist auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma, Muttermilch nachweisbar, jedoch ist eine Übertragung durch diese äußerst selten.

siu/dapd

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