Prozess in Essen Wachleute bestreiten willkürliche Gewalt gegen Asylbewerber

Fünf ehemalige Wachleute einer Essener Asylbewerberunterkunft sollen mehrere Bewohner misshandelt haben. Nun müssen sie sich vor Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten - und bestreiten willkürliche Attacken auf die Menschen.

Angeklagte in Essen: Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung
DPA

Angeklagte in Essen: Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung


Fünf Ex-Wachmänner sollen vor einem Jahr in einer Essener Asylbewerberunterkunft mehrere Bewohner grundlos geschlagen, getreten und misshandelt haben. Als ihnen jetzt der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung zu Prozessbeginn vor dem Essener Amtsgericht vorgehalten wurde, platzte es aus einem der Angeklagten heraus: "Das ist hundertprozentig absurd", sagte der 35-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft hat drei mutmaßliche Übergriffe zur Anklage gebracht. Bewohner, die außerhalb der Öffnungszeiten der Kantine nach Essen oder Kaffee fragten, sollen von den Angeklagten zu Boden geschlagen und anschließend getreten worden sein. Auch in einem Zimmer der Unterkunft am Rande der Essener Innenstadt kam es angeblich zu gewaltsamen Attacken auf drei Bewohner gleichzeitig.

Die Angeklagten weisen diese Anschuldigungen jedoch zurück. Willkürliche Gewalt hätten sie zu keiner Zeit angewendet, hieß es in ihren Erklärungen. Und wenn es tatsächlich einmal zu tätlichen Auseinandersetzungen mit Bewohnern gekommen sei, dann, um sich zu wehren. "Wir wurden ständig beleidigt und einmal sogar mit Steinen beworfen", sagte ein 22 Jahre alter Ex-Wachmann. Die Bewohner seien äußerst aggressiv gewesen.

Sein 35-jähriger damaliger Kollege wies darauf hin, dass er selbst in Tschetschenien geboren wurde, einen belgischen Pass besitze und schließlich als Fremder nach Deutschland gekommen sei. "Es liegt meinem Mandanten völlig fern, ohne Grund gewaltsam gegen Ausländer vorzugehen", erklärte sein Verteidiger.

Das Gericht wird an den kommenden Verhandlungstagen mehrere Zeugen vernehmen. Einer der früheren Bewohner zeigte am Donnerstag mit dem Finger auf die Angeklagten und sagte: "Die Männer da haben uns geschlagen." Zwei der Angeklagten arbeiten bis heute im Sicherheitsgewerbe - allerdings nicht in Asylbewerberunterkünften, wie sie erklärten.

gam/dpa

insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
redbayer 20.08.2015
1. Der Prozess ist doch nur eine Farce
natürlich sind die (deutschen) Wachleute schuldig, auch wenn sie selbst einen Migrationshintergrund haben. Denn wer heute etwas gegen Zuzug, Migranten, Asylsuchende, Kriegsflüchtlinge sagt oder gar gegen sie eingestellt ist, wird gnadenlos verfolgt, als Rassist, Faschist und Terrorist (siehe z. B. Lobo SPON)
burghard42 20.08.2015
2. Na ja ,
die Wachmänner in bzw an (!) den Flüchtlingsheimen stehen ohnehin auf "verlorenen" Posten bei entstehenden Streitigkeiten mit/unter Heimbewohnern und Besuchern (Landsleuten) aus anderen Einrichtungen. Sieht man doch z.B. deutlich am Geschehen gestern in Suhl. Sicher sind auch die verletzten Polizisten in Suhl, die Wachmänner im zerstörten Eingangsbereich irgendwie schuldig geworden.....jedenfalls aus Sicht der Randalierer. Und richtig: ich weiß nicht, was konkret im Essener Asylbewerber Heim vorgefallen ist und wer die Nerven dort verloren hat.......
donjunta 20.08.2015
3. An 1
Genau undenkbar deshalb gibt es auch in keinem einzigen Flüchtlingsartikel ein Forum bei Spon. Bei anderen ist aber auch nicht besser... Wenn man Volkes Stimme nicht mehr ertragen kann...
exeblue 20.08.2015
4. Wer die Unterkünfte kennt
Der hat mit Sicherheit Mitleid mit den Bewohnern, allerdings auch mit den Wachleuten. Ich hatte schon öfters das "Vergnügen " mit zahlreichen Nord-afrikanern. Ohne Verallgemeinern zu wollen, aber bei manchen Verhaltensmustern die Selbstbeherrschung zu wahren, gleicht einer Kunst, aber spricht man das an, steht man schnell im Verdacht dem extremen rechten Lager anzugehören. Und eigentlich habe ich keine Lust mir von irgendwelchen Weltverbesserern es absprechen zu lassen, politisch links der Mitte zu Hause sein zu wollen.
silverhair 20.08.2015
5. Menschenrechte
Zitat von redbayernatürlich sind die (deutschen) Wachleute schuldig, auch wenn sie selbst einen Migrationshintergrund haben. Denn wer heute etwas gegen Zuzug, Migranten, Asylsuchende, Kriegsflüchtlinge sagt oder gar gegen sie eingestellt ist, wird gnadenlos verfolgt, als Rassist, Faschist und Terrorist (siehe z. B. Lobo SPON)
Sehen sie , wir haben aus Kriegen und mit den Menschen Rechten eben Regeln gegen den Faschismus als Menschenrechte weltweit definiert, und wer sich denen nicht anpassen will. der ist eben ein Faschist, den das bestreiten von Menschenrechten IST Faschismus.. und das ist in letzter Konsequenz eben eine verbrecherische Straftat ..also nicht wundern wenn sie da keine Freunde mehr mehr mit faschistischen Ideen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.